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Wedel : Zerstörungsorgie in der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Täter verwüsten gleich mehrere Schulräume. Am Mittwoch soll der Unterricht wieder stattfinden.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2017 | 15:00 Uhr

Wedel | Anfang März verwüsteten Unbekannte das Uetersener Ludwig-Meyn-Gymnasium, Ende Februar den Verwaltungstrakt in der Gebrüder-Humboldt-Schule in Wedel. Ende Oktober vergangenen Jahres traf es die Goethe-Schule in Quickborn. Randalierer fluteten die Turnhalle. Jetzt erwischte es wieder eine Einrichtung in Wedel: die Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG). Vermutlich mehrere Täter ruinierten am Wochenende Klassenräume, die Mensaküche und das Lehrerzimmer komplett: „In blinder Zerstörungswut“, wie Stephan Krumme es gestern gegenüber unserer Zeitung formulierte. Der Schulleiter wurde Sonntag gegen 18 Uhr über den Einbruch informiert.

Haustechniker Michael Rein hatte seinen Rundgang absolviert und dabei den Schaden entdeckt. Im rückwärtigen Innenhof, der an einer Nebenstraße liegt, aber durch üppiges Grün nicht einsehbar ist, hatten die Täter ein Fenster eingeschlagen. Wahrscheinlich in den frühen Morgenstunden, vermutet Krumme. Auf ihrer Zerstörungstour durch die Schule leisteten die Randalierer ganze Arbeit: Sie schmissen Tische und Stühle wild durch die Räume, fegten Regale leer, zertrümmerten Scheiben, stemmten das Sicherheitsglas aus dem Backofen, hackten mit spitzem Gegenstand ins Smartboard und leerten die Feuerlöscher übers Durcheinander.

An Unterricht war gestern und ist auch heute immer noch nicht zu denken: Die Schüler haben frei. Die EBG darf momentan nicht betreten werden, die Spurensicherung hat ihre Arbeit aufgenommen. Krumme: „Wir hoffen, dass wir Mittwoch wieder unterrichten können.“ Ob die Täter auch etwas gestohlen haben, stand gestern nicht endgültig fest. Soweit der Schulleiter es überblicken konnte, fehle so gut wie nichts. Die Schadenssumme konnte noch nicht beziffert werden. 

„Das ist blinde Zerstörungswut“

Überall im Raum liegen Tische und Stühle wild durcheinander. Der Boden ist übersät mit Papieren und Glassplittern. Linker Hand ist aus dem Backofen das Sicherheitsglas herausgestemmt. Deutlich zeichnen sich daran die Spuren ab vom Versuch, es zu zerstören. Schränke sind eingetreten, elektrische Geräte zertrümmert. Der Teppich ist total ruiniert. Über alles wurde Feuerlöscherschaum verspritzt. Der Blick ins Lehrerzimmer der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) zeigt das ganze Ausmaß der Zerstörung. Sonntag wurde in die Schule eingebrochen. Nicht um etwas mitgehen zu lassen. Um zu randalieren. Vandalismus pur.

„Das ist blinde Zerstörungswut, die keinen Sinn macht“, ärgert sich Stephan Krumme. Seine Empörung hat der Schulleiter im Griff. Er weist auf den Eingangsbereich. Die Scheibe zum Sekretariat ist eingeschlagen. Der Bildschirm darüber blieb unangetastet. Dafür hackten die Täter mit spitzen Gegenständen aufs ein Smartboard ein. Einige Rechner sind komplett zerstört, andere blieben schadlos. „Diverse Räume wurden stark verwüstet“, beschreibt Polizeipressesprecher Nico Möller die Randale. Mehrere Türen seien aufgebrochen worden, große Scheiben komplett aus der Wand gedrückt. Sämtliche Feuerlöscher im Gebäude wurden aus den Wänden gerissen und geleert, Speisesaal und Mensa total demoliert, technische Geräte beschädigt.

Am späten Nachmittag hatte Haustechniker Michael Rein vorgestern während eines Kontrollgangs durchs Haus die Verwüstungen entdeckt. „Das müssen mehrere Täter gewesen sein“, so Krumme gestern früh gegenüber unserer Zeitung. Weil Unterricht in den zerstörten Räumen nicht mehr möglich ist und weil Spuren gesichert werden müssen, gab’s Montag und heute für die EBG-Schüler schulfrei. Mittwoch soll wieder unterrichtet werden, hofft Krumme.

Die Täter stiegen vom Innenhof in die Schule ein. Das Gebäude ist gesichert. „Techniker untersuchen noch, wieso die vorhandene Alarmanlage nicht ausgelöst hat“, erläutert Jens Zwicker vom städtischen Gebäudemanagement auf Nachfrage. Um zu diesem Zeitpunkt die Höhe der Schadenssumme angeben zu können, fehle ihnen die Fantasie, sagen Krumme und Zwicker. Polizeisprecher Möller weiß, dass die Täter Wechselgeld aus der Mensa und Kücheninventar im Wert von etwa 1000 Euro entwendet haben. Den Sachschaden, der angerichtet wurde, kann auch er noch nicht beziffern.

Schule sei öffentlicher Raum, das sei klar, sagt Krumme. Doch Einbrüche in Bildungseinrichtungen nähmen zu. „Die Politik ist gefordert, nach Lösungen zu suchen, wie Schulen gesichert werden können“, fordert der EBG-Leiter. Verbindungen zu anderen Fällen, beispielsweise zum Vandalismus im Verwaltungstrakt der Gebrüder-Humboldt-Schule Ende Februar, würden von der Kriminalpolizei immer geprüft, erläutert Polizeisprecher Möller. „Dass Zusammenhänge bestehen, hat sich bislang nicht herausgestellt. Die Kriminalpolizei Pinneberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Wer in der Zeit von vergangenen Freitag bis Sonntag gegen 17.50 Uhr etwas Verdächtiges gesehen hat, wird gebeten, sich bei den Beamten unter Telefon 04101-2020 zu melden.

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