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Weihnachtslesung im Theater Wedel : „Wundervoll, wie sie das gemacht hat“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ohne Kitsch und Chichi: Nina Hoger schlägt ihr Publikum bei der Weihnachtslesung im Theater Wedel in ihren Bann. Begleitung gab es von Claus Schmidt.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Großer Andrang im Theater Wedel: Das Kulturforum hatte zur traditionellen Weihnachtslesung gebeten und Schauspielerin Nina Hoger als Vortragende gewonnen. Die Vorstellung war bereits vor Monaten wenige Tage nach Bekanntgabe des Termins komplett ausverkauft. Hoger, mit leuchtend roter Mähne in elegantem Schwarz, hatte weihnachtliche Geschichten von Böll, Kästner, Walser und anderen Literaturgrößen des letzten Jahrhunderts ausgewählt. Ihr zur Seite als musikalischer Begleiter Claus Schmidt, der die Lesepausen zwischen den Stücken mit stimmungsvollen Improvisationen an Gitarre, Bouzouki und Ukulele überbrückte.

Gefühlvoll, mit tragender Stimme und Spannung aufbauendem Tempo, das an ihre Professionalität als Sprecherin zahlreicher Hörbuchproduktionen erinnerte, schlug Hoger ihr Publikum gleich von den ersten Sätzen an in ihren Bann. Ausdrucksvoll und mit äußerster Sensibilität für jeden einzelnen Satz ließ sie Poesie und Prosa im Saal spürbar, fast greifbar werden.

Für Bölls „Monolog eines Kellners“ musste man schon gut zu Abend gegessen haben, um bei der Beschreibung der „sämigen“ Erbsensuppe nicht das Wasser im Mund zusammenlaufen zu fühlen. „Ich finde es schön, dass Frau Hoger einerseits so stimmungsvolle, andererseits auch so nachdenklich machende Texte ausgewählt hat“, so eine Zuhörerin in der Pause. „Die Vorweihnachtszeit bietet sich ja an für jede Art von Kitsch. Aber das empfinde ich heut Abend gar nicht.“

Voll des Lobes auch Kulturforums-Vorsitzende Monika Dohmen: „Ein echter Profi. Wie übrigens alle bisher bei uns aufgetretenen Schauspieler. Da wir nur wenig finanzielle Unterstützung erfahren, müssen wir bei unseren Veranstaltungen stets mit spitzem Bleistift rechnen. Aber wir kriegen das hin.“ Die weihnachtliche Dekoration war daher auch nur Leihgabe des Baumarktes Lüchau.

Unterm Strich war es wieder einmal ein kulturelles Highlight fürs vorweihnachtliche Wedel. Die zufriedenen Kommentare reichten von „Wundervoll, wie sie das gemacht hat“ bis „Ich hätte noch Stunden weiter zuhören können“. Zur Überraschung bekamen alle Besucher als Dankeschön für ihre Treue noch eine handgemachte Schokoladenspezialität mit auf den Weg.

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