„Wollen nicht die große Revolution“

Michael Adam (links), Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Moorrege (FWM) und sein Stellvertreter Carsten Niedworok hoffen auf viel Resonanz auf ihre erste öffentliche Veranstaltung.
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Michael Adam (links), Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Moorrege (FWM) und sein Stellvertreter Carsten Niedworok hoffen auf viel Resonanz auf ihre erste öffentliche Veranstaltung.

Freie Wählergemeinschaft Moorrege (FWM) ist nun eingetragener Verein / Erster Info-Abend am 18. Januar

shz.de von
12. Januar 2018, 16:00 Uhr

Braucht Moorrege eine neue bürgerliche Kraft im Gemeinderat? Michael Adam und Carsten Niedworok meinen: „Ja“. Der Vorsitzende der neu gegründeten Freien Wählergemeinschaft Moorrege (FWM) und sein Vize wollen nun abklopfen, wie stark das Interesse an ihrer Idee in der Gemeinde ist. Sie laden für Donnerstag, 18. Januar, zu einem ersten öffentlichen Informationsabend ein.

Der Slogan auf der Homepage der inzwischen als Verein eingetragenen Wählergemeinschaft ist einfach: „Transparente Politik von Bürgern für Bürger.“ Und auf einem Info-Flyer heißt es: „Schluss mit absolutistischen Mehrheitsentscheidungen, mit Igorieren sachlicher Argumente, dem nicht sachgerechten Umgang von Steuergeldern und dem Investitionsstau.“

„Wir wollen nicht die große Revolution vom Zaun brechen“, sagt Niedworok. Ziel sei es, die Art des Politikstils, wie er in ihrer Heimatgemeinde seit Jahren gehandhabt wird, zu verändern. Er solle transparent und offen gestaltet werden. Adam legt nach: „Wenn keine Partei mehr die absolute Mehrheit hat, dann müssen alle Seiten miteinander reden.“ Dabei sehen die beiden gern in die Nachbargemeinde Heist. Dort stellt die CDU mit Jürgen Neumann zwar den Bürgermeister, hat aber mit acht Sitzen nicht die Kraft, im Alleingang Themen durchzuboxen. Denn die Freie Wahlgemeinschaft Heist (FWH) hat fünf Sitze, die SPD vier.

In Moorrege ist die Ausgangslage anders. Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) hat zwar nur eine Einstimmen-Mehrheit – aber die Formation hat mit ihrem starken Fraktionschef Georg Plettenberg bisher immer Stand gehalten. Die SPD hat fünf Sitze, Bündnis 90 / Die Grünen drei.

Die beiden FWM-Macher haben bereits reichlich Erfahrung sammeln können im kommunalen Politbetrieb. Adam gehörte 15 Jahre lang der SPD-Fraktion im Moorreger Gemeinderat an, war aber nie Mitglied in der Partei. Er arbeitete zehn Jahre als Bürgerliches Mitglied mit und fünf Jahre als Gemeinderat. Das Mandat gab er im Zuge der politischen Auseinandersetzungen um die alte Oberglinder Schule auf, die bekanntlich auf Betreiben der CDU an einen Investor verkauft wurde und abgerissen werden soll, um dort seniorengerechte Wohnungen bauen zu können (unsere Zeitung berichtete). Während Adam das Ansinnen unterstützte, machte die SPD Front dagegen und hat nun für die Kommunalwahl Unterstützung durch Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind bekommen, in der Nachbarn und Mieter sind. Wenn Adam auch für den Verkauf war, so kritisiert er dennoch das Verfahren. Er hätte beispielsweise gern weitere Angebote eingeholt.

Niedwork hat sechs Jahre lang den CDU-Ortsverband geführt. „Es gab mal eine ganz gute Diskussionskultur in der CDU“, meint er. „Nun aber gibt es in der CDU keine Charaktere mehr“, legt er nach. Weitere Christdemokraten gehören dem FWM-Gründungsteam an, wie Ex-Kassenwart Ernst Christian Hartmann oder Johann Baumgarten, der bis Frühjahr 2016 der CDU-Fraktion angehörte und diese aus persönlichen Gründen verließ. Auch Hauke Heidecke war für die Konservativen im Rat.

Eine Schlammschlacht gegen Weinberg ist nicht geplant. „Er ist engagiert und sehr rührig, läuft von Pontius zu Pilatus“, erkennt Adam an. „Es wird von uns aus keine persönlichen Angriffe geben.“

Wer mehr wissen möchte über die Arbeit der FWM kann Adam anrufen unter Telefon (01 62) 2 35 86 02 oder ihm eine E-Mail schicken an michael.adam.moorrege@gmail.com.

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