„Wollen das Museum ausbauen“

Die Führungen durch das ehemalige Hilfskrankenhaus im Bunker unter dem Johann-Rist-Gymnasium, das René Grassau verwaltet, sind derzeit aufgrund der Pandemie ausgesetzt. Rund 800  000 Euro hat der IT-Spezialist in Sanierung udn Renovierung gesteckt.
Die Führungen durch das ehemalige Hilfskrankenhaus im Bunker unter dem Johann-Rist-Gymnasium, das René Grassau verwaltet, sind derzeit aufgrund der Pandemie ausgesetzt. Rund 800 000 Euro hat der IT-Spezialist in Sanierung udn Renovierung gesteckt.

Führungen, Probenräume, Firmensitz, Events: Das Wedeler Bunker-Krankenhaus wird multifunktional genutzt / Zurzeit ist Corona-Pause

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26. Oktober 2020, 16:00 Uhr

Wedel | Das Bunker-Museum bleibt vorerst weiter geschlossen. „Das eilt nicht“, sagt René Grassau, der die Räume unter dem Johann-Rist-Gymnasium, wo sich Deutschlands größtes unterirdisches ehemaliges Hilfskrankenhaus befindet, verwaltet. Im vergangenen Jahr startete der Verein Bunker Wedel mit Führung durch die Anlage. Insgesamt rund 40 waren es 2019. Mit dem Corona-Lockdown wurden auch die Führungen eingestellt..

„Vor den Sommerferien hätten wir starten können, aber wir wollten erstmal bis sechs Wochen nach den Sommerferien abwarten“, sagt Grassau. Da die Zahlen der positiv auf Covid19 getesteten Menschen gestiegen waren, blieb Grassau jedoch weiter in Wartestellung.

Insgesamt 156 Räume befinden sich in dem 6200 Quadratmeter großen Bunker an der Pinneberger Straße. Medizinisches Material im Wert von etwa 1 Million Euro wurde dort bis zur Aufgabe 1992 gelagert, um binnen 48 Stunden ein einsatzbereites Hilfskrankenhaus zu erschaffen. Ein Operationssaal und Patientenzimmer erinnern an Planungen für den Bunker.

Mittlerweile hat Grassau sein IT-Unternehmen dort untergebracht. „Wir sind auch ein Kultur- und Musikzentrum“, sagt er. 32 Räume würden im Normalbetrieb ohne Pandemie-Beschränkungen von Bands genutzt. „Etwa 250 Musiker machen hier Musik. Zeitgleich dürfen aber nur 50 Personen rein“, sagt Grassau, der etwa 800 000 Euro in die Sanierung und Renovierung investiert hat.

„Wir wollen das Museum weiter ausbauen“, erläutert Grassau. Dafür suche er derzeit einen Bundesfreiwilligendienstleistenden im Bereich Kultur. „Zu tun gibt es hier genug“, ist Grassau überzeugt. Auch für neue Projekte ist er offen. So entstand ebenfalls im vergangenen Jahr aus einem Schüler-Projekt ein Escape Room. Die Teilnehmer müssen als Gruppe Aufgaben lösen, um sich aus Räumen zu befreien. „Wir hatten drei Buchungen pro Woche. Das war schon sehr gut“, sagt Grassau. Die Schüler selbst übernahmen die Koordination. „Wir verzichten aber derzeit auch darauf. Zum Glück sind wir nicht auf die Museumsführungen oder den Escape Room angewiesen“, sagt Grassau, stellt aber auch klar: „Irgendwann müssen wir das Geld wieder einspielen, das wir hier investiert haben.“
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www.bunkerwedel.de

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