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Finanzexperte mit Stallgeruch : Wolfgang Kärgel ist der neue Geschäftsstellenleiter des Wedeler TSV

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der gelernte Bürokaufmann arbeitete zuletzt im Rechnungswesen.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Wedel | „Wir sitzen etwas beengt, aber ich bin positiv überrascht. Als es leer war, sah es schlimmer aus“, sagt Wolfgang Kärgel beim Blick durch die neue Geschäftsstelle des Wedeler TSV (WTSV). Da der finanziell angeschlagene Verein das Bettenhaus und die bisherigen Räume der Geschäftsstelle an die Stadt Wedel vermietet, die im Gebäude an der Bekstraße bis zur 50 Flüchtlinge unterbringen will, musste die Geschäftsstelle in einen Nebenraum der Sporthalle an der Schulauer Straße ziehen. Dort hat seit Dezember Kärgel das Sagen. Der WTSV und die bisherige Geschäftsstellenleiterin Britta Ufer trennten sich einvernehmlich. Kärgel setzte sich bei der internen Stellenausschreibung durch und bringt Stallgeruch mit.

„Ich lebe seit 15 Jahren in Wedel und war drei Jahre Abteilungsleiter der Turnabteilung. Dadurch bestand der Kontakt zum TSV“, erläutert Kärgel. Der 52-Jährige hat einen Magister in Journalistik und Philosophie und ist gelernter Bürokaufmann. Zuletzt arbeitete er als Leiter Rechnungswesen bei einer Tochter des Tüv Rheinland. „Ich glaube, das ist etwas, was der Verein derzeit braucht“, ist Kärgel überzeugt und erläutert: „Das Ziel, das wir akut haben: Finanzen geregelt bekommen, so dass alles planungs- und zukunftssicher ist.“ Zudem wolle er die interne und externe Kommunikation des WTSV intensivieren. Vor allem bei der Kommunikation zwischen und mit den Sparten hake es. „Das hat sich verselbstständigt“, sagt Kärgel, der sich derzeit einen Überblick über die Strukturen und Aufgaben verschafft. „Wir haben uns zum Teil selbst verwaltet. Wir wollen schnellstmöglich dazu kommen, wieder den Sport zu organisieren“, so der Geschäftsstellenleiter. Denn er hat hohe Ziele.

Seit der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli des vergangenen Jahres haben fast 300 Sportler den Verein verlassen. „Wir haben aktuell etwa 2500 Mitglieder. Das sind 500 weniger als vor einem Jahr“, stellt Kärgel sachlich fest. Daraus ergäbe sich wiederum ein finanzielles Problem: „Das ist eine ganze Menge, was an Beiträgen aufgefangen werden muss und was wir an Mitgliedern zurückgewinnen müssen.“

Vermietung an Stadt sorgt für Sicherheit

Eine frühzeitige Rückkehr zu den bisherigen Mitgliedsbeiträgen sei daher nicht zu schaffen. Kärgel versichert aber: „Die temporäre Erhöhung fällt im März definitiv weg.“ Dennoch werde die Gebührenordnung den Verein weiter beschäftigen. „Wir werden die Beiträge voraussichtlich an die jetzige Situation anpassen müssen.“

Derzeit spüre er eine unglaubliche Dynamik im Verein. In der vergangenen Woche habe der Vereinsrat zweimal getagt. Zwei Arbeitsgruppen hätten sich gebildet, die sich intensiv mit strukturellen Änderungen auseinandersetzen. „Das, was ich angenommen habe, als ich den Job angetreten habe, dass genug Energie vorhanden ist, um das Ruder herumzureißen, kann man nun greifen“, sagt Kärgel und ergänzt: „Ich bin ganz sicher, dass der Verein sich schnell erholen wird und sich nach außen besser darstellt.“

Die Vermietung an die Stadt habe für finanzielle Sicherheit gesorgt. Bis Februar sollen die Umbauarbeiten an der Bekstraße abgeschlossen sein. „Der TSV will große Teile der Integrationsleistung übernehmen. Das Programm Integration von Flüchtlingen in den Verein müssen wir aber noch ausarbeiten“, so Kärgel.

Für fünf Jahre hat die Stadt die Räumlichkeiten an der Bekstraße gemietet. Steht der Verein dann vor den gleichen Problemen wie im vergangenen Jahr? Kärgel schüttelt den Kopf: „Ich bin sicher, in fünf Jahren ist der Verein finanziell gut aufgestellt, und ich bin auch sicher, dass wir mehr Mitglieder haben werden, als wir vor einem Jahr hatten.“ Das wären mehr als 3000 Mitglieder. „Ohne Ziele macht das Leben keinen Spaß“, sagt Kärgel grinsend.
 

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