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Flüchtlingshilfe in Moorrege : Wolfgang Aschert wird ehrenamtlicher Koordinator

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Amt Moorrege bekommt einen Lotsen für die Flüchtlingshelfer.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 14:00 Uhr

Moorrege | Die Hilfe für Flüchtlinge im Bereich des Amts Moorrege wird künftig besser gebündelt. Mittwochvormittag stellten Amtsvorsteher Walter Rißler (CDU) und Rainer Jürgensen, Leitender Verwaltungsbeamter, Wolfgang Aschert als ehrenamtlichen Flüchtlings-Koordinator vor. Der 66 Jahre alte Heistmer hat durch seine Arbeit in seinem Heimatdorf inzwischen einen reichen Erfahrungsschatz sammeln können. Nun soll er nicht nur den Hilfesuchenden helfen, sondern auch Helfer auf die richtige Schiene setzen.

Die Idee sei während des ersten Flüchtlings-Cafés in Holm entstanden, sagte Rißler. Dort sei er von ehrenamtlichen Betreuern – etwa 25 waren in das Gemeindezentrum gekommen – gefragt worden, was eigentlich Amt und Gemeinde leisten. Rißler, der in Holm Bürgermeister ist, und seine Amtskollegen hatten erkannt, dass es nicht ausreiche, Wohnraum zur Verfügung zu stellen und die Menschen dort einzuquartieren. „Es muss anschließend jemand da sein, der sich ihrer annimmt“, betonte Rißler.

Genau das tat Aschert bereits in Heist. Die Probleme sind vielschichtig, fangen mit der Sprachbarriere an, reichen über den Umgang mit der Angst der Geflohenen bis hin zu praktischen Fragen der Lebensführung vor Ort. So konnte beispielsweise ein Handwerker nicht die von Rißler angeordnete Reparatur erledigen, weil die Flüchtlinge ihn nicht ins Haus ließen. „Sie schotteten sich ab, hatten Angst“, so Rißler. Und Rauchmelder würden abgebaut – in ihnen wähnen die Flüchtlinge versteckte Überwachungskameras.

Wer Helfer werden  möchte, kann sich im Amt bei Regina Klüver unter Telefon 04122-854120 oder bei Jennifer Jathe-Klemm unter 04122-854121 melden.

Aschert ist findig. So verhilft er derzeit einer jungen Frau zu einer Sondergenehmigung, ein Praktikum zu absolvieren. Wie die zu erhalten ist, hat der neue Koordinator im Bürokratie-Dschungel mühsam aufgespürt. Sein Wissen möchte Aschert nun weitergeben. Helfer gibt es: in Holm viele, in Heist eine Handvoll und in Moorrege einen. „Wer uns unterstützen möchte, kann sich bei uns im Amt melden“, betont Jürgensen.

Denn die Flüchtlingsflut wird nicht enden. Nach neuen Zahlen werden die gemeinsamen von 2013 und 2014 in diesem Jahr verdoppelt werden, befürchtet Jürgensen: „Wir rechnen im Amt Moorrege mit noch einmal 300 Menschen.“

In den sieben Gemeinden des Amts Moorrege sind derzeit 164 Flüchtlinge untergebracht. Sie kommen aus Syrien, Albanien, Afghanistan, Eritrea, dem Jemen, dem Iran und dem Irak. Zur Unterbringung der Kinder und Erwachsenen sind vom Amt 19 Immobilien angemietet worden. Zudem stehen drei Schlichtwohnungen in drei Gemeinden zur Verfügung.
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