„Selbstbewusst gegenüber Hamburg“ : Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zu Gast in Wedel

Wedels SPD-Chef Lothar Barop (l.) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sprachen unter anderem über die ÖPNV-Anbindung nach Blankenese.
Wedels SPD-Chef Lothar Barop (l.) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer sprachen unter anderem über die ÖPNV-Anbindung nach Blankenese.

Wedel muss hartnäckig mit der Hansestadt verhandeln. Bessere S-Bahn-Taktung möglich.

shz.de von
23. Januar 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Die Koexistenz mit der Metropole im Osten war an diesem Abend immer wieder Thema. „Man darf gegenüber Hamburg nicht zu stolz sein – und muss doch selbstbewusst auftreten“, betonte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Die Sozialdemokraten der Rolandstadt hatten den Landespolitiker eingeladen, In einem Hörsaal der FH diskutierte er am Mittwochabend über Themen, die den Wedelern unter den Nägeln brennen.

In Sachen Businesspark sollte die Rolandstadt nicht auf klassische Industrieproduktion setzen, empfiehlt Meyer. In Hamburg gebe es zahlreiche Unternehmen, die im Umland nach freien Flächen suchen würden. Meyer: „Die Firmen müssen zum Profil der Stadt Wedel passen.“ Da Forschung, IT oder Hochtechnologie auch weniger Lärm verursachen, könne so auch der Konflikt mit dem Bezirk Altona entschärft werden. Zur Erinnerung: Der Businesspark grenzt an ein Areal in Rissen, das als reines Wohngebiet ausgewiesen wurde. Ein B-Plan, gegen den Wedel klagen wird.

Verhandlungsgeschick braucht es auch, um eine häufigere Taktung der S-Bahn von Blankenese durchzusetzen. Da ein Großteil der Strecke auf dem Gebiet der Hansestadt verläuft, müsste Hamburg auch einen größeten Anteil der Kosten tragen. Einen durchgehenden Zehn-Minuten-Takt nach Blankenese von Montag bis Freitag hält Meyer aber für machbar. Eine mögliche zweite S-Bahn-Station in Wedel hält der Minister aber eher für unwahrscheinlich. „Dieses Projekt würde 10 Millionen Euro kosten, aus Hamburg gab es dafür eine klare Absage.“

Auch bei einer möglichen Finanzierung der Nordumfahrung über den Bundesverkehrswegeplan ist Meyer skeptisch. „Man muss ehrlich sein: Ich weiß nicht, ob wir die Dringlichkeit rechtfertigen können.“ Dabei hält Meyer die Umgehung für sinnvoll. Auch SPD-Chef Lothar Barop erinnerte an die Bewohner der Altstadt, bei denen „das Geschirr im Glasschrank klappert, wenn ein LKW vorbeifährt.“ Ganztägig Tempo 30 in der Altstadt könnte nach Meinung des Wedeler Sozialdemokraten zumindest kurzfristig Abhilfe schaffen. Minister Meyer sprach sich für ein solches Tempolimit aus. Um Punkt neun war dann Schluss. Der Wirtschaftsminister musste los. Meyers Patenkind feierte seinen Geburtstag.

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