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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 11:31 Uhr

Heist : „Wir hätten da mal ein paar Ideen“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Landtagsabgeordnete Beate Raudis (SPD) erklärt der Heistmer Jugendwehr, wie Politik funktioniert.

Heist | Die Heistmer Feuerwehr schaut in ihrer Jugendarbeit weit über den Tellerrand hinaus. Ihr geht es nicht nur um die Vermittlung ihrer Belange. Sie fasst den pädagogischen Auftrag, den sie erhalten hat, deutlich umfassender auf. Den Ausbildern geht’s ums Ganze, um Zusammenhänge, um Bildung – besonders um politische Bildung. Dafür laden sie politische Entscheidungsträger zu sich in die Feuerwache ein. „Wie funktioniert Politik?“ – das haben bereits der Heistmer Fachausschussvorsitzende sowie der Bürgermeister, der Leitende Beamte des Amtes Moorrege und der Landrat den Jugendlichen erklärt. Jetzt war die Landtagsabgeordnete Beate Raudies zu Gast. Sie ist feuerwehrpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

„Warum machen gerade Sie diesen Job? Wollte ihn kein anderer haben?“, lautete eine Frage der Jugendlichen – keck vorgetragen. Die 14 Jungen und vier Mädchen hatten sich vorbereitet – und waren geschlossen erschienen zu diesem außerordentlichen Termin. „Ehrlich gesagt, wenn man neu im Landtag ist, muss man nehmen, was übrig bleibt“, entgegnete Raudies ebenso entwaffnend offen – und lachte. Sie hätte sich gern um Finanzpolitik gekümmert, erklärte sie. Da sei sie beruflich verankert, und das habe sie schon in Elmshorn in der Kommunalpolitik gemacht. Aber Feuerwehr sei auch ein tolles Thema, versicherte Raudies.

Anfänglich wurden erst einmal allgemeine Fragen abgeklopft. Was eine feuerwehrpolitische Sprecherin überhaupt so mache? Sich beispielsweise um Gesetze, um die Geldverteilung und die Wehren vor Ort kümmern, so die Landtagsabgeordnete. „Und wer ist eigendlich ihr Chef?“, wollten die Jungkameraden wissen. Raudies musste nachdenken. Indirekt sei das der Fraktionsvorsitzende. „Formal hab ich keinen“, erklärte sie. Abgeordnete seien ihrem Gewissen verpflichtet.

Besonderes Interesse hatten die Jungen und Mädchen an dem Thema Kinderfeuerwehr. „Die Kinder schwimmen jetzt so mit“, erläuterte Raudies. Das neue Brandschutzgesetz, das gerade in der Entwicklung sei, solle hier Rechtssicherheit schaffen. „Aber sechs Jahre finde ich ganz schön früh“, lautete ihre Einschätzung bezüglich des Eintrittalters in die Kinderabteilung der Wehr. Auch die Heistmer Jugendlichen hatten sich Gedanken gemacht. „Wir haben darüber heiß diskutiert“, bekannte Ausbilder Kay Lohse. Jeder der Jugendlichen äußerte sich. In der überwiegenden Zahl ablehnend. Bedenken kamen zur Sprache, ob die Kleinen schon stillsitzen und zuhören könnten? Ob sie die lange Zeit bis zum 18. Lebensjahr bei der Stange zu halten seien? Ob überhaupt genug Ausbilder zur Verfügung stünden?

Noch näher stand den Jungen und Mädchen natürlich das Thema, das sie direkt betraf: Jugendfeuerwehr. „Kann die Politik nicht etwas für die Mitglieder der Jugendwehr tun? Wir hätten da mal ein paar Ideen“, sagten sie selbstbewusst und sprudelten los: vergünstigte Busfahrten, eine Art Rabattkarte oder, ganz wichtig, „Vorfahrt“ bei Bewerbungen. Raudis verstand: „Es ist schwer, ein passendes Mittel zu finden, um Anerkennung auszudrücken“, gab sie zu bedenken. Der Gedanke allerdings, dass das Ehrenamt ein Plus in der Bewerbung bedeutet, gefiel der Landtagsabgeordneten. „Ich nehm das mit, dass das für euch ein wichtiger Punkt ist“, versprach sie.

Und um ihre eigene Anerkenung und Wertschätzung gegenüber dem Engagement der Jugendlichen auszudrücken, schickte Raudies gleich noch etwas hinterher: Eine Einladung, sie einmal im Landtag zu besuchen. Das kam bei den Heistmern gut an.

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