Wedel : „Wir brauchen Planungssicherheit“

Stadtpräsidentin Renate Palm, Bürgermeister Niels Schmidt (links) und Joachim Funck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände, eröffneten den Sozialmarkt.
Stadtpräsidentin Renate Palm, Bürgermeister Niels Schmidt (links) und Joachim Funck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände, eröffneten den Sozialmarkt.

Politik entscheidet über neuen Vertrag zwischen Awo und Stadt. Verein soll insgesamt 60.000 Euro in die Tagesstätte investieren.

shz.de von
27. Mai 2015, 13:59 Uhr

Wedel | Seit 1979 bietet die Arbeiterwohlfahrt im Wedeler Awo-Treff ein vielfältiges Programm, besonders für Senioren, an. 20.000 Besucher nehmen die Angebote jährlich in Anspruch. Die vor allem von Ehrenamtlichen getragene Einrichtung wird von der Stadt finanziell unterstützt. Der Sozialausschuss entscheidet am 2. Juni über eine Neuregelung der städtischen Förderung. Bei einem „Ja“ in Ausschuss und Rat würde der Kontrakt am 1. Januar 2016 in Kraft treten.

Der neue Vertrag ist das Produkt „sehr konstruktiver Verhandlungen“ zwischen Awo und Verwaltung, wie Awo-Vorsitzende Renate Palm betont. Die jährliche Zuwendung soll demnach 80  000 Euro betragen. Die Beschäftigten der Awo Wedel werden nach dem Tarifvertrag für dem öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt. Steigen die Gehälter, übernimmt die Stadt die Mehrkosten. Im Gegenzug verpflichtet sich Awo aus eigener Tasche in die Räume an der Rudolf-Breitscheid-Straße zu investieren. 30  000 Euro soll der Verein in die Sanierung der veralteten Heizungsanlage im Awo-Treff stecken. Noch einmal 30.000 Euro sollen für weitere Renovierungsarbeiten an der Immobilie ausgegeben werden. Auch kleinere Investitionen bis zu 3500 Euro soll die Arbeiterwohlfahrt künftig selbst stemmen.

Im Gespräch mit dieser Zeitung betont Palm: „Wenn wir Vereinsvermögen in die Hand nehmen, brauchen wir Planungssicherheit.“ Mit der Stadt hat sich die Awo daher auf eine Laufzeit von zehn Jahren für den neuen Vertrag geeinigt. Für Palm ist ebenfalls klar: „Von der jährlichen Summe können wir nicht weiter runtergehen.“ Auch wenn steigende Personalkosten aufgefangen werden – die explodierenden Energiekosten seien so schon eine Herausforderung.

Von 2006 bis 2014 wurde die Fördersumme jährlich an den Lebenserhaltungsindex angepasst. 2014 hätte Wedel daher bereits 90.000 Euro zahlen müssen. Im Zuge der Sparmaßnahmen einigte man sich damals auf 80.000 Euro. Der Rat hatte sich sogar für eine Kürzung um 15.000 Euro ausgesprochen. Die Awo machte bereits damals deutlich, dass dies zu hohe Defizite verursachen würde. Für Investitionen oder Instandhaltungskosten gab es nach dem alten Vertrag jährlich zusätzliche 15.000 Euro von der Stadt. Würden künftig größere Ausgaben fällig, die über die verplanten 60.000 Euro hinausgehen, könnte die Awo bei der Stadt einen Antrag auf Finanzierung stellen.

In der Beschlussvorlage gibt die Verwaltung zu bedenken, dass die bei den Konsolidierungsgesprächen erzielten Einsparungen mit dem neuen Vertrag nicht mehr zu halten seien. Aufgrund der tariflichen Erhöhungen rechnet man schon 2016 mit 82.000 Euro im Jahr. Dafür werde aber der Betrieb der Tagesstätte dauerhaft und nachhaltig gesichert, und Planungssicherheit erhalten. Wenn kein Konsens erzielt werde, habe die Awo bestätigt, dass die Tagesstätte abgewickelt werden müsse. Der Awo-Landesverband habe kein Interesse einzusteigen.

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