Schrebergarten-Verein Wedel : Wiederaufbau des Vereinsheims: Schreber werben um Sponsoren

Andreas Neumerkel (links), Vorsitzender des Schrebergarten-Vereins Wedel, und Rechnungsführer Dirk Augner zeigen die Pläne für das neue Vereinsheim in der Kolonie „Nieland“.
Andreas Neumerkel (links), Vorsitzender des Schrebergarten-Vereins Wedel, und Rechnungsführer Dirk Augner zeigen die Pläne für das neue Vereinsheim in der Kolonie „Nieland“.

Kosten für Vereinsheim in der Kolonie „Nieland“ steigen auf 175.000 Euro. Laubenpieper brauchen 30.000 Euro.

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22. November 2017, 12:00 Uhr

Wedel | Das Fundament ist gegossen, die Wände stehen und bis März 2018 soll das neue Vereinsheim des Schrebergarten-Vereins Wedel in der Kolonie „Nieland“ fertig sein. „Jede Katastrophe birgt auch Chancen für einen Neuanfang. Diesen wollen wir Schreber auf jeden Fall nutzen und die Aufgabe in Angriff nehmen“, sagt der Vorsitzende der Wedeler Schreber, Andreas Neumerkel. Im Frühjahr kommenden Jahres soll das neue Vereinsheim stehen – ein Neubau mit mehr als zwei Jahren Vorlauf.

Am 7. August 2015 ging das Vereinsheim der Kolonie Nieland in Flammen auf. 28 Feuerwehrleute waren im Einsatz, doch nach zweieinhalb Stunden stand fest: Das Gebäude auf dem 16.260 Quadratmeter großen Gelände mit 37 Parzellen ist zerstört. Ausgerechnet die Vorbereitungen für das anstehende Sommerfest waren nach Erkenntnissen der Sachverständigen Ursache für das Feuer. Beim Vernichten von Unkraut mittels eines Abflammgeräts seien Funken auf das Heim übergesprungen. Seitdem ringen die Schreber um einen Neubau – und die Finanzierung.

Das Fundament ist gegossen: Bis März 2018 soll das Gebäude stehen – dann kommen die Eigenleistungen.
Bastian Fröhlig
Das Fundament ist gegossen: Bis März 2018 soll das Gebäude stehen – dann kommen die Eigenleistungen.
 

Die Laubenpieper hatten die Stadt im vergangenen Jahr um einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro für den Wiederaufbau gebeten. Die Politik strich die von der Stadt eingeplanten Mittel. Nun wollen Neumerkel und Rechnungsführer Dirk Augner erneut Gelder einwerben. „Um die Pläne vollständig umzusetzen, sind wir dringend auf Unterstützung in Form von Geld oder Sachspenden in Höhe von etwa 30.000 Euro angewiesen“, erläutert Augner.

Die Fraktionen der im Wedeler Rat vertretenen Parteien wurden bereits ebenso angeschrieben wie Unternehmen, die die Schreber gern als Sponsoren gewinnen würden. Der Verein hatte mit 160.000 Euro für den Wiederaufbau geplant. Auf der Jahreshauptversammlung wurde beschlossen, zu den 112.000 Euro, die die Versicherung zahlt, 50.000 Euro aus eigener Tasche beizusteuern, um das Haus zukunftsfähig zu gestalten.

„Versichert war ein Geräteschuppen, aber da stand eine tolle Bar“, erläutert Augner die Problematik. Die Versicherungspolice sei nie angepasst worden. Daher werde auch nur gezahlt, was es bereits gab. Doch wollen die Schreber mehr. „Wir wollen gern unsere Büroräume mit integrieren“, so Neumerkel.

Nachdem die ehemalige Bücherei in der Bahnhofstraße 27 verkauft wurde, fanden die Schreber Unterschlupf im Awo–Treff. „Wir sind dafür sehr dankbar, aber mit mehr als 500 Mitgliedern sind wir ein großer Verein, müssen uns an Richtlinien und Vorgaben beim Datenschutz halten und da können die Unterlagen nicht im Keller rumliegen“, sagt Augner.

Der Schrebergarten-Verein Wedel hat ein Spendenkonto eingerichtet, um die fehlenden 30.000 Euro für den Wiederaufbau des Vereinsheims in der Kolonie „Nieland“ zu finanzieren. Wer helfen will, kann unter dem Verwendungszweck „Wiederaufbau Vereinshaus Nieland“ spenden.

Die IBAN lautet: DE61201900030071306900.

Zudem soll eine Terrasse das Gebäude mit 106 Quadratmetern Nutzfläche ergänzen. „Manche werden sich fragen, wofür wir die brauchen, aber beim Norddeutschen Pieselwetter brauchen wie die, um planen zu können“, so Augner. „Installations- und Wertarbeiten werden vor allem durch Vermietungen für Familienfeiern finanziert. Auf diese sind wir angewiesen und daher brauchen wir das Gebäude, wie es jetzt geplant ist.“

Doch steigen die Kosten dadurch auf 175.000  Euro plus 15.000 Euro für Eigenleistungen für Malerarbeiten, den Außenbereich und den Fußboden. Zudem stellte sich erst nach dem Abriss heraus, dass das alte Gebäude auf Mutterboden stand. Das bestehende Fundament konnte nicht genutzt werden.

Ein Trümmerhaufen: Vom Schrebergarten-Vereinsheim Wedel in der Kolonie Nieland ist nach einem Brand 2015 kaum noch etwas übrig geblieben.
Julian Willuhn
Ein Trümmerhaufen: Vom Schrebergarten-Vereinsheim Wedel in der Kolonie Nieland ist nach einem Brand 2015 kaum noch etwas übrig geblieben.
 

„Uns fehlen derzeit 30.000  Euro an Geld- und Sachspenden“, sagt Neumerkel. Dabei setzt er auf private Unternehmen und die Hilfe der Stadt. „Wir haben als Verein nie etwas bekommen.“ Neumerkel hofft auf Unterstützung der Ratsfraktionen. „Wir wollen da gut vorsprechen. Im letzten Jahr waren wir vielleicht etwas unerfahren und zu blauäugig“, betont Augner. „Wenn es kommendes Jahr nichts wird, versuchen wir es im Jahr darauf wieder“, ergänzt Neumerkel.

Die Zukunft des Vereins sei allerdings auch dann nicht gefährdet, wenn die Investition für das Vereinsheim aus eigener Tasche gestemmt werden müsste. „Wir haben noch Rücklagen, aber wir müssen auch sicher ins neue Jahr gehen“, sagt Neumerkel. Pachtausfälle oder Investitionen in Tore, Zäune oder Wasserleitungen müssten finanziert werden.

„Dafür brauchen wir ein Polster“, erläutert Neumerkel. Potenzielle Sponsoren können sich an ihn oder Augner wenden. „Wir werden aber auch noch aktiv auf Unternehmen in der Region zugehen“, sagte Neumerkel.

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