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Ausstellung in der Stadtbücherei Wedel : Wie wir die Meere mit Mikroplastik verschmutzen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

In einer Wanderausstellung klärt Greenpeace über die Gefahren von Plastik auf. Zehn Tage lang beantwortet Diego Weiland in der Stadtbücherei Wedel Fragen zu dem Thema.

Wedel | Geht es um Mikroplastik, wird Diego Weiland deutlich. Das Zeug befindet sich in Kosmetik und Pflegeprodukten, erklärt der ehrenamtliche Greenpeaceler. Er fordert: „Das sollte man verbieten.“ Es gibt natürliche Alternativen, weiß der Umweltschützer und hat darüber hinaus noch ein bestechendes Argument gegen den Trend parat: „Früher ging es doch auch anders“, sagt er.

Weiland will aufklären und hat deswegen eine Wanderausstellung der Umweltschutzorganisation über das Thema in seine Heimatstadt geholt. Die Stadtbücherei ist Kooperationspartner. Zehn Tage lang wird die Schau im Foyer der Einrichtung im Rosengarten 6 zu sehen sein. Und weil es bei Greenpeace stets nicht nur ums Veranschaulichen geht, nicht nur ums Informieren mit Anschauungsmaterial und Flyern, sondern auch um den persönlichen Kontakt, soll die ganze Zeit ein Ehrenamtlicher vor Ort sein, der für Fragen und Austausch zur Verfügung steht.

Plastikinsel in der Größe Europas

Im Allgemeinen geht es um die Vermüllung der Meere, im besonderen um Mikroplastik, erläutert Weiland das Anliegen. Der Umweltschützer kann beeindruckende Zahlen präsentieren: Zirka 13 Millionen Tonnen Plastik fließen jährlich in die Meere, erläutert er. Sein Kollege Carlo Tiedeke, der beim Aufbau der Schau hilft, berichtet von riesigen Plastikinseln in allen Weltmeeren, die sich durch Strömungen und Strudel gebildet haben. „Die Größte befindet sich im Nordpazifik, die ist so groß wie Europa“, sagt er. 1997 sei der Müllstrudel entdeckt worden.

„Wie lange braucht eine Plastikflasche, um im Wasser zu zerbröseln?“, fragt Weiland, um die Dimension des Problems aufzuzeigen. Seine Antwort: „Etwa 450 Jahre.“ Und dann ist sie immer noch nicht weg, sondern nur in mikroskopisch kleine Teile zerlegt. Diese Partikel seien aus zweierlei Gründen gefährlich. Zum einen haften sich Giftstoffe aus dem Meer besonders gut an ihnen an. Zum anderen werden sie von Tieren mit der Nahrung aufgenommen. Nicht nur von Vögeln und Fischen, auch schon von kleinsten Mikroorganismen, so Weiland. Am Ende der Kette steht dann der Mensch. „Wir bekommen das Plastik im Fisch auf den Teller“, sagt der Umweltschützer. Und er hat noch eine erschreckende Zahl zur Hand: „Jährlich verhungern mehr als eine Million Seevögel, weil ihr Magen mit Plastik voll ist“, berichtet er.

Teilchen aus Peeling und Co. kommen über Abwasser ins Meer

Die Mikroplastikteilchen aus Peeling und Co kommen über das Abwasser in die Flüsse und Meere, denn die Klärwerke können nur einen sehr geringen Teil herausfiltern. Wie verschmutzt Flüsse und Kanäle in Deutschland sind, wird in der Ausstellung durch fünf Glasröhrchen demonstriert. In allen fünf Proben schweben jede Menge unterschiedlicher Plastikpartikel herum.

Neben Aufklärung über den Kreislauf der Kleinstplastikteile geht die Ausstellung das Problem auch ganz praktisch an. Eine Auflistung über Inhaltsstoffe in Kosmetik inklusive deren Abkürzungen liegt in Scheckkartenformat zum mitnehmen aus. Praktische Hilfe, um Beipackzettel zu verstehen, denn: „Das Kleingedruckte landet im Meer“, so Greenpeace.  

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erstellt am 07.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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