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Theater Wedel : Wie man über Rambo hinauswächst

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mark hat seinen Supermann immer dabei – nur die anderen können ihn nicht sehen. Wie der König der Mobber Zweifel bekommt, erzählt das neue Stück im Theater Wedel – saukomisch. Premiere ist am 3. März.

Wedel | „Tank“ gibt es eigentlich gar nicht, jedenfalls nicht real, und doch steht der Hüne auf der Bühne im Theater Wedel. Er ist die personifizierte Einbildung von Mark, sein verselbstständigter Tagtraum aus der Kindheit, „irgendetwas zwischen Rambo und Indiana Jones“, erklärt Günter Hagemann und lacht dreckig-amüsiert. Die Bühnenfigur gefällt dem Regisseur sichtlich. Das Ensemble steckt mitten in den Arbeiten zum neuen Stück. Mit vier jungen Darstellern probt Hagemann „Völlig durchgeknallt“, eine zeitgenössische Komödie von Thomas Bleidiek. Am Freitag, 3. März, wird Premiere gefeiert.

Günter Hagemann: Keins der üblichen Betroffenheitsstücke

Politisch völlig inkorrekt, aus den 1970er/80er Jahren übriggeblieben und mit einem mordsmäßigen Ego ausgestattet mimt Tank den Superhelden für Mark: „Der sagt Sätze, die darf man sonst auf der Bühne nicht sagen“, freut sich Hagemann über das „Machoschwein erster Güte“. Und verrät, dass diese Figur ein wichtiger Grund für ihn war, das Stück auf den Spielplan zu setzen.

Aber auch die Konstruktion der Komödie hat dem Theaterleiter gefallen. Und: Wie die klassischen Jugendthemen beispielsweise Mobbing und Comin of Age (das Heranwachsen) behandelt werden – nämlich saukomisch. Es sei keins der üblichen Betroffenheitsstücke, betont Hagemann. „Völlig durchgeknallt“ ist eher so etwas wie eine Jugendkomödie.

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Alle leiden unter Mark, denn Mark mobbt jeden, der anders ist. Egal ob dunkelhäutig, schwul oder fett, der aggressive Mitschüler macht sie alle fertig. Doch das wollen sich „Türken-Alina“ und Moritz, homosexuell, irgendwann nicht mehr gefallen lassen. Sie denken sich eine Lektion für den Tyrannen aus. Nach einer Feier mit viel Alkohol verfrachten sie den verhassten Mitschüler ins Bett von Moritz. Mark soll annehmen, er hätte die Nacht mit dem Schwulen verbracht. Dank eines völligen Filmrisses glaubt er das auch wirklich. Wie peinlich. Weil am nächsten Tag auch noch Alina ins Zimmer platzt, weiß bald die ganze Schule von seiner Schande, nimmt Mark an. Alles schon schlimm genug. Als ihm dann auch noch nach dem ersten Schrecken bewusst wird, dass er sich an sein erstes Mal gar nicht mehr erinnern kann – er muss gut gewesen sein, schließlich wird er seitdem „Tiger“ genannt –, wird Mark wütend, aber auch nachdenklich. Der Despot kommt ins grübeln.

Das Stück hat auch viele niedliche Momente, anrührende Augenblicke, berichtet Hagemann, und ein charmantes, unübliches Happy End. Eine besondere Herausforderung sei das Spiel mit der Unsichtbarkeit, für Regie und für Schauspieler gleichermaßen. Die Zuschauer und Mark sehen Tank, die anderen Darsteller nicht. Es ist nicht nur schwierig, den massigen Rambo zu ignorieren. Es gilt auch, die Pausen, die entstehen, wenn Tank und Mark agieren, sinnvoll zu füllen, so Hagemann. Die Doppelbödigkeit muss von allen mitgespielt werden: „Das klingt sehr konstruiert, erschließt sich aber schnell und ist saukomisch.“

Am Freitag, 3. März, feiert „Völlig durchgeknallt“ im Theater Wedel, Rosengarten 9, Premiere. Beginn ist um 20 Uhr. Karten kosten 23, ermäßigt 17,50 Euro. Sie sind dienstags und donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr im Theater zu bekommen. Zudem gibt es einen Online-Verkauf über die Homepage oder an kasse@theater-wedel.de. Die Einführungsmatinée  am Sonntag, 26. Februar, ist kostenfrei. Darsteller und Mitwirkende vor und hinter der Bühne stellen sich und das Stück vor. Los geht es um 11 Uhr.
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erstellt am 22.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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