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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. August 2017 | 17:46 Uhr

Wedel : Wie geht Kunst ausstellen?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Konzipieren, organisieren und dokumentieren, Hauptsache selbst machen: Für Schüler startet im Februar "Barlach go young"

Wedels Rapper Der Dodo hatte extra einen Song geschrieben: „Ey, willst du Haben oder Sein, manchmal muss man sich entscheiden“ gab er von der Bühne in der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) den Schülern im Saal in rhythmisch-locker-flockigem Sprechgesang mit auf den Weg. Das kam gut an. Voll besetzt waren die Reihen unten. Auch aus anderen Schulen waren die Jugendlichen zur Auftaktveranstaltung gekommen, die über ein ganz besonderes multimediales Kunstprojekt informieren sollte: über das von vielen Wedeler Einrichtungen gemeinsam getragene und organisierte Vielfachangebot „Ernst Barlach go young“.


Alles dreht sich ums Geld: Muss das sein?

Idee und Konzept hierfür stammen von Heike Stockhaus vom Ernst-Barlach-Museum. Mit ins Boot geholt hat die Kuratorin die Fachhochschule Wedel, die EBG und das Kinder- und Jugendzentrum. Das Bundesministerium steuert aus seinem Jugendprojekt-Topf „Kultur macht stark“ mehr als 30 000 Euro bei. Damit „Barlach go young“ so richtig durchstarten kann.

Nicht „goes“ hieße es, wie sie es vielfach auf den Gängen gehört habe, klärte Stockhaus gleich zu Beginn erst einmal auf: „Das ist ein Imperativ – der soll young gehen“, erläuterte sie. Eine Verjüngungskur für den „angestaubten“ Künstler quasi. Der kam vor hundert Jahren, als auch schon alles reicher, schöner und schneller gehen sollte „mit so komischen Bettlerfiguren an“, so Stockhaus. Da passe die Frage „Haben oder Sein“, unter der die zahlreichen Mitmachkunstaktionen angegangen werden sollten, ausgezeichnet. Früher wie heute: „In einer Zeit, in der eigentlich alles ums Geld geht, fragen wir: Muss das eigentlich sein?“ Und weiter: „Wie definieren wir uns?“

Das Ganze sei ein echtes Arbeitsprojekt, stellte Stockhaus klar, aber: „Für die Arbeit kriegt ihr was richtig Gutes geboten.“ Zum einen die Möglichkeit, Museumsbotschafter zu werden. Zwanzig Plätze bietet der Kursus, der im Durchschnitt drei Stunden die Woche in Anspruch nimmt, auch schon mal Wochenendengagement fordert, dafür aber mit einem Zertifikat abschließt. Nach einer so genannten Grundausbildung entscheiden sich die Teilnehmer entweder für die Konzeption und Organisation einer themenbezogenen Ausstellung – die zentral in einem leeren Laden in der Bahnhofsstraße gezeigt werden soll –, für die mediale Aufbereitung und Begleitung der Schau oder für die Entwicklung weiterer witziger Projekte. Die Dokumentierer und Werber werden von FH-Absolventen der Medieninformatik betreut, die ihr Know-how, technische Unterstützung und das universitäre Medienlabor sowie Film- und Tonstudio zur Verfügung stellen – Inhalt und Design bestimmen die Schüler.

„Barlach go young“ steht aber auch für weitere kleinere Angebote und Werkstätten, die in den sowie rund um die Osterferien stattfinden. Themen hier: Fotografie, Video, Installationskunst, Graffiti und Rap-Musik. Es seien Gruppen mit bis zu 15 Schülern geplant, so Stockhaus. Credo der Aktionen: Kunst auf die Straße bringen. „Das kann nur nach vorne losgehen“, ist sich die Initiatorin sicher.

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erstellt am 21.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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