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Hafentor Wedel : Werden Wohnungen statt eines Hotels gebaut?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Stadt prüft Konsequenzen einer privaten Nutzung.

Wedel | Als „Wedels bevorzugte Elbadresse“ bewirbt die Stadt das Hafenkopfgebäude in ihrer Ausschreibung, die Mitte Februar rausgegangen ist. Die Ausschreibung für ein Haus, das Hafentor, das ein städtebauliches Highlight an Wedels Elbseite sein und nach Möglichkeit ein Hotel beherbergen soll. Schließlich ist das Areal laut Hotelgutachten von 2014 Wedels Top-Favorit für ein solches Vorhaben. Was aber, wenn die Hotelträume platzen? Könnten am Ende dann doch Wohnungen in Sahne-Lage entstehen? Genau das soll die Verwaltung jetzt prüfen.

Anstoß dazu gegeben hat die FDP in Anknüpfung an eine Debatte um das Badebucht-Hotelprojekt. Diese wiederum hat die CDU initiiert mit ihrer Anfrage zum entsprechenden B-Plan. 2012 wurde der Aufstellungsbeschluss gefasst. Bis heute jedoch ist nicht die erforderliche FFH-Verträglichkeitsprüfung erfolgt. Ob dies bis 31. Mai 2015 der Fall sei, wollten die Christdemokraten wissen. Lange Antwort der Verwaltung, kurzer Sinn: Nein. Der B-Plan für das Areal an der Badebucht, das zwei Investoren für Hotelbaupläne im Auge haben, sei bislang nicht vorrangig bearbeitet worden, so Bauamtschef Klaus Lieberknecht.

Zurzeit laufe die Ausschreibung für das Hafenkopfgebäude mit Hotel. Wenn sich dafür kein Betreiber finde, dann werde man auf die im Hotelgutachten zweite Priorität, das Grundstück an der Badebucht, zurückkommen und auf die Aufstellung des vorhabenbezogenen B-Plans. Karl-Heinz Grass, Stadt- und Landschaftsbau, ergänzte: Die dafür erforderliche FFH-Verträglichkeitsprüfung würde etwa ein Dreivierteljahr dauern.

„Sehr verwunderlich“, so Ausschusschef Michael Schernikaus (CDU) Kommentar zu dieser Strategie. Er könne diese Selbsteinschränkung der Verwaltung nicht nachvollziehen. Die Pläne am Kombibad müssten auch im Kontext der Wirtschaftlichkeit des Bads betrachtet werden, mahnte Schernikau. Wie berichtet versprechen sich die Stadtwerke als Eigner des Grundstücks und Kombibad-Betreiber zum einen Kapital durch den Verkaufserlös für das mögliche Hotelbauland sowie eine Defizitminderung des Badebuchtbetriebs durch Synergien mit einem Hotel.

Umbau geht zügig voran

Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher der FDP, nannte die Diskussion „nicht zufriedenstellend“. Am Hotelstandort Badebucht sei viel schlüssiges. „Und was ist, wenn es nichts wird mit dem Hotel am Hafenkopf?“ Zudem werde zur selben Zeit für Gewerbeansiedelung im künftige Businesspark geworben wie man Gewerbetreibende für das Hafentorgebäude suche. „Was würde es uns denn kosten, wenn wir uns aus der eingeschränkten Nutzung für dieses Gebäude rauskaufen würden? Wie viel Förderung würde uns verloren gehen?“, fragte Schumacher. Bislang ist Bedingung im Rahmen der Städtebauförderung, dass das Hafenkopfgebäude öffentlich genutzt wird. Die Verwaltung hat nun als Prüfauftrag mitgenommen, was es für das Förderszenario bedeutet, wenn ein Investor Wohnungen bauen möchte.

Lieberkecht konnte allerdings bereits von erster Resonanz auf die Ausschreibung berichten. Es habe bereits einige Nachfragen gegeben, so der Bauamtschef. Wie berichtet ist das Hafentor zusammen mit dem Betrieb des Hafens selbst ausgeschrieben, für den es im ersten Anlauf keine Interessenten gab.

Lieberknecht sagte zudem, dass der Bau des Hafenkopfplatzes schneller vorangehe als geplant. Der Boden habe sich bereits gesetzt, so dass nun auch die Pierplatte in einer Maßnahme mit aufgesetzt werden könne. Er sei daher zuversichtlich, dass Ende September tatsächlich der eigentliche Hafenumbau abgeschlossen werden könne.

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erstellt am 06.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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