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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. August 2017 | 12:53 Uhr

Rissen : Wer zuletzt lacht, lacht am besten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mit „Dree Mann an de Küst“ bringt die Volksspielbühne Rissen die Bearbeitung eines Erich-Kästner-Klassikers auf die Bühne

Ute Junge interessiert sich nicht für die Gassenhauer, für die ganz bekannten Stücke, die zum Beispiel das Ohnsorg-Theater schon in mehreren Inszenierungen rausbrachte – wie Tratsch im Treppenhaus etwa. Damit sie als Regisseurin zuschlägt und mit der Rissener Volksspielbühne eine Komödie in Szene setzt, muss das Theaterstück auch das „etwas Andere“ haben. „Ich gucke zuerst auf die Übersetzung, bevor ich mich für ein Stück entscheide“, erklärt Junge. Die Übersetzung ist ein wichtiger Gradmesser dafür, ob das Stück für die Amateure der Traditionsbühne im Hamburger Westen gut spielbar ist. Denn auch Mitspieler, die noch nicht so viel Erfahrung mit dem Plattdeutschen haben, sollen daran etwas lernen können, wünscht sich die Regisseurin.

Bei Erich Kästner hat Junge jetzt zugeschlagen. „Kästner ist immer reizvoll“, sagt sie – und lacht. „Dree Mann an de Küst“, spielen die Rissener Mimen Ende Oktober in sechs Vorstellungen in ihrem Stammdomizil, der Aula der Grundschule Iserbarg. „Ich mag seinen Humor“, erklärt sie. Seine trockenen Nebensätze gefallen der Regisseurin besonders, oder beispielsweise die Figur der Mutter – charakteristisch für Kästner – die im aktuellen Stück fortwährend erwähnt wird, aber nie auftritt. Weil die Bearbeitung von Charles Lewinsky und die Übersetzung von Rolf Petersen und Günter Harte Junge ebenso überzeugten, fiebern jetzt neun Ensemblemitglieder in opulenten Kostümen der Zwanziger Jahre und zwei aufwändigen Bühnenbildern der Premiere am Freitag, 25. Oktober, entgegen.

„Drei Männer im Schnee“ – ältere Fernsehzuschauer erinnern sich dabei sicher noch an die Verfilmung mit den unvergleichlichen Paul Dahlke, Günther Lüders und Claus Biederstaedt – ist eine turbulente Verwechslungskomödie um das alte Spiel von Schein und Sein. Kleider machen Leute: Das will der reiche Geheimrat Tobler beweisen und reist dafür als armer Eduard in ein Grandhotel. Seine Tochter warnt das Personal telefonisch vor, doch die Angestellten verwechseln Tobler mit dem armen Werbetexter Hagedorn, der jetzt anstelle des Millionärs hofiert wird.

Auch die weiblichen Gäste sind entzückt und umgarnen den Werbetexter. Tobler landet derweil in der letzten Absteige – und amüsiert sich trotzdem köstlich. Als dann auch noch die Tochter nebst Hausdame auftauchen, ist das Chaos perfekt. Warum aber der scheinbar arme, nun an Erfahrung aber reiche Geheimrat zum Schluss der ist, der am lautesten lacht, das aufzulösen bleibt der Rissener Volksspielbühne vorbehalten.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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