Wer braucht Unterstützung?

Mädels-Power: Dass sich kein einziger Junge für den Kursus angemeldet hat, stört die elf Mädchen nicht die Bohne.
Mädels-Power: Dass sich kein einziger Junge für den Kursus angemeldet hat, stört die elf Mädchen nicht die Bohne.

„Humboldts Helfer“ wollen sich engagieren / Neues Projekt der Gebrüder-Humboldt-Schule sucht Möglichkeiten mitanzupacken

shz.de von
26. September 2018, 16:00 Uhr

Inge JacobshagenDie Stolpersteine sind gesetzt, jetzt ist es Zeit, ein neues Projekt mit außerschulischer Wirkung anzugehen, findet Lehrerin Sonja Strecker von der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS). Vor zwei Jahren erforschten Schüler Biografien Wedeler Euthanasieopfer, was in der Installation von fünf der goldenen Mahnmale in die Bürgersteige der Rolandstadt mündete. In diesem Schuljahr nimmt sich eine neue Schülerprojektgruppe das Thema Ehrenamt vor.

„Es geht um Engagement für andere“, erklärt Pädagogin Strecker die Intention der Idee, die ihr schon „seit Ewigkeiten“ im Kopf herumgeht. Maxime für eine Unterstützung sei dabei der schlichte Aussagesatz: „Ich kann etwas, was anderen hilft.“ Drei Arten von Engagement haben die Siebt- und Achtklässler, die das Projekt „Humboldts Helfer“ als Erstwunsch in ihrer Stundenplanauswahl angegeben haben, sich für ihre Aktivitäten bereits gesetzt. Sie wollen als Einzelpersonen helfen, im Duo oder in der Kleingruppe Flagge zeigen und als Kursus Unterstützung leisten.

Einzelengagement soll möglichst einmal in der Woche zu Hause oder in der näheren Umgebung abgeleistet werden. Das kann die Unterstützung im Haushalt genauso wie das Rasenmähen beim Nachbarn, das Besorgungen Einholen oder das Gassi gehen mit dem Hund sein. Für die erledigte Arbeit gibt es Punkte im Humboldt-Heft.

Fürs Kleingruppen- oder Partnerengagement hat Strecker den Jugendlichen den Sozialwegweiser der Stadt kopiert. Dort sollen die Schüler sich Institutionen auswählen, die sie fragen wollen, ob sie helfen können. Eine Beschränkung in der Suche auf irgendeine Ausrichtung der Organisationen hat sie ihren Schülern dabei extra nicht mit auf den Weg gegeben, betont Strecker.

„Wir wollen für Wedel und für die Schule tätig sein“, sagt Strecker. Deswegen soll auch der ganze Kursus als geballte Unterstützung aktiv werden. Wo die Jugendlichen als große Gruppe mit anpacken können, steht allerdings noch nicht endgültig fest. Erste Ideen sind angeleiert. Zum Beispiel geht es am Dienstag, 2. Oktober, mit den Aktiven von „Sauberes Wedel“ zum Müllsammeln an den Strand. Auch beim Lebendigen Advent ist der Profilkursus bereits fest miteingeplant. Und die Vorbereitungen für einen Antimobbingtag, aus dem wegen sprudelnder Ideen gleich eine ganze Woche geworden ist, sind auch schon angelaufen. Aber dennoch ist noch Luft nach oben, sucht die Kurs-Gruppe nach noch weiteren Betätigungsfeldern. „Wer uns als Gruppe in irgendeiner Form gebrauchen kann, möge sich melden“, fordert Strecker die Wedeler auf.

Veranstaltungen organisieren und begleiten oder Spielenachmittage in Kindergärten und Altenheimen, lauten Vorschläge, die den jungen Unterstützern dabei spontan in den Sinn kommen. Sie seien flexibel, betonen sie. Allerdings sind sie zeitlich eingeschränkt. Vormittags und am Wochenende stehen die GHS-Schüler leider nicht zur Verfügung.

Elf Schülerinnen haben sich für das Projekt „Humboldt Helfer“ gemeldet, kein einziger Junge. Dass sie unter sich sind, macht den Mädchen nichts aus. Die Jungen würden das wahrscheinlich auch viel zu quatschig angehen, sagt eine Schülerin auf Nachfrage.

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