25. Kleinkunstfestival : Wenn der Batavia-Käpt’n eine mächtige Kreativ-Crew anheuert

Felix Oliver Schepp singt von Kindern, die bis zur Kritikunfähigkeit hochgelobt werden und bittet den Heiligen Perfektus um Ablass.

Felix Oliver Schepp singt von Kindern, die bis zur Kritikunfähigkeit hochgelobt werden und bittet den Heiligen Perfektus um Ablass.

14 Events bis Ende November beim 25. Kleinkunstfestival auf dem Theaterschiff in Wedel.

shz.de von
14. August 2018, 16:00 Uhr

Wedel | 25 Jahre Kleinkunstfestival auf der Batavia: Klingt nach einem Vierteljahrhundert-Jubiläum, ist es aber nicht. Fünf Jahre lang haben Kulturdampfer-Käpt’n Hannes Grabau und seine Crew pausiert, bevor die Kleinkunst im alten Wedeler Hafen 2010 wieder in Serie ging. Also nix mit Vierteljahrhundert. Was aber bleibt, ist das Jubiläum. Und was kommt, ist unbedingt Anreiz, gleich mehrfach dicke rote Kringel zwischen 17. August und 23. November in seinem persönlichen Event-Kalender zu malen. An 14 Abenden stehen Programme auf der schwimmenden Bühne zur besten Batavia-Zeit ab 20.30 Uhr im Zeichen des Festivals, das Kleinkunst-Größen den gleichen Raum gibt wie Geheimtipps und Newcomern der Szene.

Klavierkabarettist Daniel Helfrich bekennt: „Eigentlich bin ich ja Tänzer“.
Batavia
Klavierkabarettist Daniel Helfrich bekennt: „Eigentlich bin ich ja Tänzer“.
 

Zum Auftakt ist Lachen nicht nur Programm, sondern das eigentliche Thema des Stücks: Am Freitag, 17. August, feiert das Batavia-Ensemble Premiere mit Yasmina Rezas Stück „Kunst“. Mit skurril-poetischen Kopfnussliedern und Herzensangelegenheiten kommt Felix Oliver Schepp am Sonnabend, 8. September, an Bord. Freitag und Sonnabend, 14. und 15. September, präsentiert Alma-Hoppe-Vater Nils Loenicker sein Kabarett-Bühenprogramm zum Hörbuch „Die andere Seite des Nils“. „Hannes Wader und Reinhard Mey zur Ehre“ spielt und singt Musiker Michael Kühl aus St. Pauli am Donnerstag, 20. September, „Lieder gegen den Strom.“ Höhepunkte verspricht Angelika Beier am Freitag und Sonnabend, 21. und 22. September, mit ihrem Programm „Zwischen Sex und 60“.

Angelika Beier verspricht Höhepunkte zwischen Sex und 60.
Maria OberMaier/FFM
Angelika Beier verspricht Höhepunkte zwischen Sex und 60.
 

„Eigentlich bin ich ja Tänzer“ bekennt Klavierkabarettist Daniel Helfrich. Am Freitag, 28. September, tänzelt er zwischen Fettnäpfchen und großem Auftritt oder auch zwischen Taktgefühl und Taktlosigkeit. Was am Sonnabend, 29. September, kommt, bleibt offen. Fest steht nur: Irrwitzig und unvorhersehbar abwechslungsreich wird der Abend mit dem Improvisationstheater Luv und Lee. Wenn er „Schaum vorm Mund“ sieht, dann kommt der in der Regel nicht aus der Gillette-Dose: Eindeutig zweideutig verspricht Klappmaul-Komiker Werner Momsen, seinem Publikum am Donnerstag, 1. November, mal ordentlich den Kopf zu waschen. Danach: „Othello“. Bernd Lafrenz braucht für den Shakespeare-Klassiker kein Ensemble. In seiner frei-komischen Solo-Interpretation des Stücks übernimmt der Komiker, Regisseur und Stückeschreiber alle Rollen kurzerhand selbst – zu sehen am Freitag, 2. November.

„Die Welt retten werden die Netten“, sagt der dreifache Spiegelbestseller-Autor Sebastian Schnoy. Am Freitag, 9. November, erklärt er in seinem Programm die „Dummikratie“ und „Warum Deppen Idioten wählen“. Zum Kleinkunstfestival-Abschluss am Freitag, 23. November, gibt sich Kerim Pamuk die Ehre. „Selfies für Blindschleichen“ lautet der Titel seines Kabarett-Oriental-Abends.

Kartenvorverkauf im Glimmstengel, Bahnhofstraße 34, sowie mittwochs bis sonnabends ab 18 Uhr, sonntags ab 15 Uhr an Bord der Batavia, Brooksdamm, Telefon (04103) 85836. Reservierungen über die Batavia-Homepage

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