Wedel : „Wenden uns gegen jegliche Bebauung“

An der Feldstraße will die Mehrheit der Politik eine Notunterkunft realisieren.
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An der Feldstraße will die Mehrheit der Politik eine Notunterkunft realisieren.

Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Erhalt der Grünfläche an der Feldstraße nehmen in offenem Brief zu Vorwürfen Stellung.

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17. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Die Unterschriften des Bürgerbegehrens für den Erhalt der Grünfläche an der Feldstraße, auf der die Stadt ein Wohnhaus für Flüchtlinge errichten möchte, wurden fristgerecht übergeben. Jetzt wird gezählt, ob die Stimmen ausreichen für einen Bürgerentscheid. Während die Behördenmühlen mahlen, bleibt das Thema ein Politikum für die Bürger. Erst gestern Abend überreichte das Bündnis „Weltoffene Gemeinde Wedel“ im Rathaus seinerseits Unterschriften für die Realisierung des Bauvorhabens an der Feldstraße.

Wie berichtet waren vor wenigen Wochen aus den Reihen des Bündnisses Vorwürfe laut geworden, es sei im Zuge der Unterschriftensammlung zu rassistischen Äußerungen gekommen. Vertreter des Bürgerbegehrens hatten darauf Kontakt zu Bündnisvertretern gesucht und sich entschieden dagegen verwehrt. Jetzt äußern sich Dr. Lutz Steinmüller , Arne Lüders und Norbert Offergeld als Initiatoren des Bürgerbegehrens in einem offenen Brief, den sie den Tageblatt haben zukommen lassen, zu den Vorwürfen und ihren Beweggründen. Hier das Papier im Wortlaut:

„Mit Bestürzung entnahmen wir der lokalen Presse, dass sich einzelne Bürgerinnen und Bürger der Stadt auf die Fahnen geschrieben haben, unser Bürgerbegehren ‚Erhalt der Grünanlage Ecke Feldstraße / Rudolf-Breitscheid-Straße im Herzen von Wedel‘ zu stoppen und dabei in ihrer Argumentation den Boden einer sachlichen Diskussion verlassen haben.

„Sachlichem  Gespräch jeglicher  Boden  entzogen“

So wird im Wedel-Schulauer Tageblatt vom 23. Juni 2015 behauptet, es werde suggeriert, von Flüchtlingen gingen Gefahren aus. Wir, die Initiatoren des Bürgerbegehrens für den Erhalt der Grünanlage, verwahren uns ausdrücklich und mit Befremden davor, dass unser Ansinnen zum Schutze der Grünanlage für andere kommunalpolitischen Debatten missbraucht wird. Der Spaß hört vor allem dann auf, wenn einzelne Personen uns – den Initiatoren – bewusst oder inzident Fremdenfeindlichkeit attestieren wollen und damit unsere ökologischen Beweggründe auf unsachliche Weise versuchen zu negieren. Auf einer solchen Ebene wird einem sachlichen Gespräch jeglicher Boden entzogen.

Wir begrüßen sehr, dass die Stadt Wedel Flüchtlinge aufnehmen möchte und ihnen eine sichere Zuflucht bieten möchte. Wir verwahren uns jedoch davor, die Frage des Erhalts der Grünfläche Feldstraße / Rudolf-Breitscheid-Straße dahingehend zu instrumentalisieren. Wir wenden uns explizit gegen jegliche Bebauung der Grünanlage.

Der Schutz der Grünanlagen in Wedel und Flüchtlingsschutz in Wedel dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden und stehen nicht im Widerspruch zueinander. Es gibt hervorragende Möglichkeiten, Flüchtlingen in Wedel eine Heimat zu geben.“

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