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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. November 2017 | 13:19 Uhr

Weiter Zoff ums Amtshaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gums-Hauptausschuss Hinter verschlossenen Türen flogen über Parteigrenzen hinweg die Fetzen

Erst gab es am Montagabend im öffentlichen Teil der Hauptausschusssitzung des Amts Geest und Marsch Südholstein (Gums) belegte Brötchen und Harmonie – dann flogen nach Ausschluss der Bürger hinter verschlossenen Türen die Fetzen. Thema war wieder einmal das Amtshaus in Moorrege und seine Erweiterung oder ein Neubau. Amtsdirektor Rainer Jürgensen zog überraschend das Ergebnis eines Vorbescheidsantrags an den Kreis aus der Tasche, der dem vom Amt Gums eingereichten Erweiterungsbau in dieser Dimension eine Absage erteilte. Der Zoff geht über die Parteigrenzen hinweg. „Das war unschön“, sagte ein Teilnehmer auf Nachfrage dieser Zeitung.

Im öffentlichen Teil stand lapidar „Sachstand Amtshaus“ auf der Tagesordnung. Jürgensen sagte, er hätte gern weitergehende Informationen weitergegeben. Aber das Verkehrswertgutachten für das Moorreger Amtsgebäude liege wie auch das Sanierungsgutachten inklusive energetischer Sanierung noch nicht vor. Er begründete das mit den angeschobenen Schultoilettensanierungen, die vom Land überraschend mit Fördermitteln finanziert werden können. „Deshalb ist das nach hinten gerückt“, sagte Jürgensen, denn beide Projekte würden von einem Büro betreut. „Es gibt nichts neues, weil die Zahlen fehlen“, so der Verwaltungschef.

Ausschussvorsitzender Jürgen Neumann (CDU), der auch Bürgermeister von Heist ist und dem Arbeitskreis Um- oder Neubau angehört, betonte, dass es eine gute Entscheidung gewesen sei, den Moorreger Vize-Bürgermeister Georg Plettenberg (CDU) in den Arbeitskreis geholt zu haben. Die Moorreger setzen sich für den günstigen Um- und Anbau an das derzeitige Amtshaus ein, halten den diskutierten Neubau für mindestens zehn Millionen Euro für viel zu teuer und in der geplanten Dimension für überzogen (unsere Zeitung berichtete). In Richtung Jürgensen sagte der Appener CDU-Fraktionschef Hans-Peter Lütje: „Ich bekomme das Kriseln, wenn ich das Wort energetische Sanierung höre.“ Er rate von einer energetischen Sanierung beispielsweise der Fassade ab, die inzwischen auch von Fachleuten hinterfragt werde.

Der Kreis hat laut Informationen dieser Zeitung allerdings kein abschließendes Nein für die Standorterweiterung gegeben. Nach jetzigem Stand könne der rechts neben dem Amtshaus stehende Baum gefällt werden, wie es der Holmer Vize-Bürgermeister Uwe Hüttner (CDU) vorgeschlagen hatte. Beim Kreis sei eine Anfrage mit Maximalgröße eingereicht worden, nun müsse die Schmerzgrenze ausgelotet werden.

Wie im öffentlichen Teil nochmals bekräftigt, werden weiterhin für beide Varianten die Kosten ermittelt. Sollte die teure Lösung beschlossen werden, die die zehn amtsangehörigen Gemeinden auf 30 Jahre hoch verschuldet, ist der Standort bereits ausgeguckt. Die Mitglieder des Hauptausschusses stimmten mehrheitlich für den Kauf der sogenannten Rieprich-Fläche an der B  431 in Heist (wir berichteten).

Wie die Gemeinden ein neues Amthaus-Rathaus in Heist finanzieren wollen, steht in den Sternen. Nicht nur das durch die Auflösung des Amts Haseldorfer Marsch neu hinzugekommene Hetlingen hat ein massives Finanzproblem, sondern auch Groß Nordende. Bürgermeisterin Ute Ehmke (GuB), die als Befürworterin des Amtshaus-Neubaus gilt, appellierte Montagabend an ihre Amtskollegen, gemeinsam eine Änderung der Kita-Finanzierung durchzuboxen und Gespräche mit Repräsentanten von Land oder Bund zu führen. Die Aufnahme eines Millionenkredits für einen Kita-Bau wurde während April-Sitzung des Nordender Rats diskutiert und erstmal verworfen. Ehmke damals: „Ich habe große Bauchschmerzen mit den Kosten.“ Sollte der Amtshausneubau in Heist kommen, kostet das Groß Nordende geschätzt jährlich zusätzliche 13  750 Euro – und zwar 30 Jahre lang.

Das Thema „Sachstand Amtshaus“ steht übrigens wieder auf der Tagesordnung, diesmal im Amtsausschuss. Er tagt am Montag, 15. Mai, um 19 Uhr im Dörpshus Neuendeich, Schadendorf 8. Grundstücksangelegenheiten werden wie üblich im nichtöffentlichen Teil beraten.

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