Weinen vor Lachen beim Theater

Gerd Leichsenring (links) spielt mit umwerfender Komik den Inspector Carter, hingeschmissen hat es Lady Thitherthorough, dargestellt von Svenja Kunz, aufgehoben wird sie von Stephen Smith (Michael Höhs).
Gerd Leichsenring (links) spielt mit umwerfender Komik den Inspector Carter, hingeschmissen hat es Lady Thitherthorough, dargestellt von Svenja Kunz, aufgehoben wird sie von Stephen Smith (Michael Höhs).

Am Sonnabend, 29. September, findet die Premiere des neuen Stücks der Theaterwerkstatt Holm im Dörpshus statt

shz.de von
14. September 2018, 16:59 Uhr

Da steht den Theaterfreunden in Holm und der gesamten Region ein ganz besonderes Ereignis bevor: Auf den Brettern, die bekanntlich die Welt bedeuten, probt die Theaterwerkstatt des Kulturvereins Holm etwas Witziges, Anspruchsvolles und Ungewöhnliches – ein echtes Überraschungsei auf der Bühne unter dem Dach des Dörpshuses.

Am Sonnabend, 29. September, wird Premiere sein. Zurzeit probt das Team um Regisseurin Gaby Lipp noch. Die freut sich aber über große Fortschritte, die ihre vier Schauspieler da oben zwischen den roten Vorhängen zeigen, sie lobt und greift nur noch selten ein.

Die Geschichte, um die es in diesem Boulevardstück geht, ist schnell erzählt: Es dreht sich um die öffentliche Generalprobe einer Kriminalkomödie, bei der so ziemlich alles schief geht, was schief gehen kann. Ein neuer Hauptdarsteller, der seinen Text angeblich aus dem „Effeff“ beherrscht, erscheint nicht und nun hält der Regisseur einen zu spät kommenden Zuschauer für seinen Star und schickt ihn, ohne den Widerspruch abzuwarten, energisch auf die Bühne. Dort spielt die Kriminalgeschichte eines ermordeten Lords. Ein Inspektor versucht den Mord aufzuklären, verdächtigt die Frau des Lords mit dem Namen Thitherthorough – jeder bekommt bei dessen Aussprache einen Knoten in der Zunge – dann das Küchenmädchen, aber das liegt betrunken danieder, und schließlich den dazu kommenden Hausfreund.

Kompliziert wird „Theater Theater“ dadurch, dass sich das Theater im Theater auf mehreren Ebenen abspielt, Zuschauer und Schauspieler müssen immer wieder umswitchen, mal agiert und verzweifelt die Regie von außen, mal ist der Schauspieler als private Persönlichkeit angesprochen, mal geht es ganz allgemein um das eigentlich zu spielende Bühnenstück. Das führt natürlich zu irrwitzigen Verdrehungen und sogar bei den Proben brechen die Akteure immer wieder in schallendes Gelächter aus. So leicht wie „Theater Theater“ daher kommt, so gewaltig ist die Rollenarbeit einzuschätzen. Gerd Leichsenring als Inspector Carter vollbringt da eine Meisterleistung, ganz viel Text als überspannter Kriminalist ohne Takt und mit militantem Auftreten. Sein Gegenpart Michael Höhn trifft genau den richtigen Ton als eigentlich Unbeteiligter, Svenja Kunz in der Rolle der Lady mit dem unaussprechlichem Namen kann mitreißend lachen, und Marcus Stocker als Regisseur Falk Wagner gibt nicht immer die präzisesten Anweisungen und schlüpft in unterschiedliche Rollen.

Es sind noch mehr Menschen aus der Theaterwerkstatt Holm, die an dem sicheren Erfolg des Stückes teilhaben werden. Brigitte Zacharias flüstert als Souffleuse den Schauspielern in der Not die fehlenden Worte zu, Gottfried Stockmeyer hat das Bühnenbild ausgemalt, gestaltet haben es sehr liebevoll Berthold Zacharias, Hans Unruh, Holger und Anke Müns. Für Licht und Ton zeichnet André Seidel verantwortlich.

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