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Wedel : Wedels Seniorenbeirat gegen Stellenkürzung im Seniorenbüro

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Jetzt müssen wir uns wehren“- die Senioren haben eine Unterschriftenaktion gestartet.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2015 | 16:30 Uhr

Wedel | Sie gehen auf die Barrikaden für ein Drittel der Wedeler Bevölkerung – mehr als 10.000 Bürger. Eine Zahl, die Grund ist für das Unverständnis, mit dem der Seniorenbeirat einer drohenden Kürzung im Rathaus begegnet und entschieden entgegentritt. Sie soll das Seniorenbüro treffen. Der kleine Vermerk „k. u.“ steht seit den Haushaltsbeschlüssen im Dezember 2014 im Stellenplan – „k.u.“ für künftig umzuwandeln, von einer vollen in eine halbe Stelle. Falsch und besorgniserregend, so nennt der Beirat den Beschluss, gegen den das Gremium jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet hat.

„Ein Drittel der Einwohner Wedels sind jetzt schon Senioren“, heißt es in einem Protestschreiben, das die Aktion begleitet. „In den kommenden Jahren wird der Anteil wachsen. Nicht zu vergessen ist die unvorhersehbar wachsende Altersarmut. Das bedeutet: Die Aufgaben, die das Seniorenbüro zu bewältigen hat, werden größer und nicht kleiner werden.“

Und sie sind schon jetzt immens, wie der Jahresbericht 2014 von Seniorenbüro-Leiterin Gisela Rawald zeigt. Allein im Sektor „Beratungssituation“ zählt sie 539 Gespräche zu „Fragestellungen auf fast allen Lebenslagen“ auf. Zudem hat Rawald 850 Beratungen sowie 46 Hausbesuche absolviert. Öffentliche und Netzwerk-Aktivitäten gar nicht eingerechnet.

Was der Seniorenbeirat an dem Konstrukt Seniorenbüro im Rathaus schätzt, ist zum einen die unabhängige Beratung, die frei von jedem Interessenskonflikt ist, sagt Gremiums-Mitglied Dagny Henning. Ferner eine Kompetenz in der Beratung, die eine Rechtssicherheit gewährleisten, ergänzt ihr Beirats-Mitstreiter Rolf Wasmer. Dies erstrecke sich auf Fragen zu sozialen und finanziellen Notständen, Wohnungsangelegenheit oder Pflegebedarf, auf Hilfe bei der Suche nach ambulanter Pflege, betreutem und seniorengerechtem Wohnen, Heim- und Pflegeplätzen, Senioren-Angeboten in Institutionen sowie bei der Gefahr von Vereinsamung. Ferner werde etwa beim Ausfüllen von Formularen geholfen. Altenhilfe, die laut Sozialgesetzbuch von der Kommune zu leisten ist, wie Rawald in ihrem Bericht zum wiederholten Mal schreibt. Sie erinnert zudem daran, dass es bereits 2008 Kürzungsbestrebungen seitens der Politik für das Seniorenbüro gab. Nach ausgiebiger Testphase sei eine Reduzierung der vollen Stelle auf 30 Stunden jedoch zurückgenommen worden.

Die Interessenvertreter der Generation 60plus

Zwar drohe nach aktueller Beschlusslage keine unmittelbare Gefahr, wie es seitens des Beirats heißt: Eine Umwandlung erfolge erst, wenn eine Neubesetzung der Stelle anstehe. Die Interessenvertreter der Generation 60plus sagten jedoch in einem eigens erstellen Flyer: „Jetzt müssen wir uns wehren und uns für das seit 30 Jahren bewährte Seniorenbüro einsetzen.“ Denn klar ist, dass bereits konzeptionelle Überlegungen angestellt werden, welche Arbeit noch mit einer halben Stelle geleistet werden könnte. Möglich Vorzeichen einer bevorstehenden Umwandlung? Im Seniorenbeirat zumindest machen sich solche Befürchtungen breit – auch mit Verweis auf die Stelle der Sozial- und Familienlotsin, die ebenfalls auf ähnliche Weise reduziert wurde.

Beim Sozialmarkt am Sonnabend auf dem Rathausplatz will der Seniorenbeirat für sein Anliegen Werbung machen und die Unterschriftenlisten auslegen. Zudem hat er zahlreiche Institutionen, Wohlfahrtsverbände und Politiker angeschrieben und um Unterstützung der Petition gebeten, die zunächst an den Sozialausschuss gehen soll. Auf ein Bürgerbegehren habe man bewusst aus Kostengründen verzichtet, so Beirats-Mitglied Maike Harder.

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