Wedel : Wedels Naturkindergarten bleibt

Daumen hoch: Die Erzieherinnen Anne Schieferdecker (links) und Nicole Kownatzki freuen sich mit ihren Schützlingen, dass es weiter geht im Naturkindergarten Wedel.
Daumen hoch: Die Erzieherinnen Anne Schieferdecker (links) und Nicole Kownatzki freuen sich mit ihren Schützlingen, dass es weiter geht im Naturkindergarten Wedel.

Insolvenzverwalter bescheinigt Eltern: Dauerhafte Betreuung durch die Kita im Fährenkamp gewährleistet. Auch die Erzieherinnen behalten ihre Jobs

shz.de von
27. Juni 2014, 10:30 Uhr

Aufatmen im Fährenkamp 41: Der Betrieb des Naturkindergartens kann weitergehen. „Es ist sichergestellt, dass die Betreuung Ihrer Kinder dauerhaft gewährleistet werden kann“, heißt es in einem Schreiben, das Insolvenzverwalter Stephan Schoppe gestern an die Eltern rausgeschickt hat.

Gute Nachrichten auch für die Erzieherinnen, von deren liebevoller Betreuung er sich selbst vor Ort überzeugt habe und die den Wert des Trägervereins ausmachten: Er sei erleichtert, so Schoppe, „dass Kündigungen der Arbeitsverhältnisse ausdrücklich nicht anstehen“. Der Verein Naturkindergarten Wedel könne endlich wieder optimistisch in die Zukunft blicken, heißt es in einer Presseerklärung von Geschäftsführerin Johanna Meier-Behrens. Die Weichen für eine dauerhafte Sanierung seien gestellt.

Erst am 22. Mai hatte der Vereinsvorstand den Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt. Die Ursachen dafür würden noch ermittelt, schreibt der Hamburger Rechtsanwalt in seinem Elternbrief. Laut Verein hätten die wirtschaftlichen Turbulenzen mit der Zwangsversteigerung der Kindertagesstätte im Januar 2014 begonnen. Zwar sei der Träger nicht Eigentümer der Immobilie gegewesen. Dennoch habe das im Herbst 2013 eingeleitete Verfahren für Unruhe gesorgt, ist in der Erklärung zu lesen. Und: „Vielleicht wäre die Versteigerung sogar abwendbar gewesen, denn die von dem vorherigen Besitzer der Immobilie geleisteten Zahlungen auf ein Rechtsanwaltskonto wurden nicht an die finanzierende Bank weitergeleitet.“

Laut Michael Jahn, zuständig für Finanzfragen beim Verein, handelt es sich um Mietzahlungen des Vereins für Haus und Grundstück. Schoppe habe seinerseits mehrfach erfolglos den als Treuhänder eingesetzten Anwalt um Auskunft gebeten. Bislang sei daher „nur klar, welche Gelder dorthin gezahlt wurden, nicht hingegen, wie diese verwendet wurden“.
 

Glückliche Wendung für den Träger: Im Januar fand sich ein Käufer, der dem Naturkindergarten erneut einen langfristigen Mietvertrag gab. Dann jedoch die Insolvenz. Diese habe allerdings über die übliche Fluktuation auf Grund anstehender Einschulungen hinaus zu erfreulich wenigen Kündigungen geführt, so Schoppe. Die künftigen Einnahmen würden damit ausreichen, den Betrieb fortzusetzen. Dabei sei ein zu erwartender Anstieg der Kinderzahl noch nicht eingerechnet. Und Jennifer Hundenborn, zuständig für die Anmeldungen, erklärte gegenüber dem Tageblatt: Aktuell würden gerade wieder neue Verträge mit Eltern geschlossen. Noch seien aber auch weitere Plätze im Krippen- wie im Elementarbereich frei.

Zurzeit betreuen neun Erzieherinnen im Naturkindergarten 46 Kinder in einer Krippen-, einer Familien- und einer Elementargruppe gemäß Natur- und Montessori-Pädagogik. Die Betreuungszeit erstreckt von 7.30 bis 17 Uhr.

www.kita-natur.de

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