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Tod von Andrew B. Neil : Wedels erster Intendant ist gestorben

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ohne den gebürtigen Schotten würde es das Theater in der Rolandstadt in seiner heutigen Art nicht geben.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Das Theater Wedel trauert um sein Urgestein und seinen ersten hauptamtlichen Intendanten. Andrew B. Neil, besser bekannt als Andy, ist jetzt im Alter von 74 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Ohne den gebürtigen Schotten würde es das Theater in seiner heutigen Art nicht geben. 1967 übernahm er von Hansjörg Martin den zwei Jahre zuvor gegründeten Arbeitskreis Laienspiel an der VHS. Seine erste Inszenierung „Onkel, Onkel“ von Günther Grass, wurde 1968 im Musikraum der Ernst-Barlach-Schule aufgeführt. Die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. Der Arbeitskreis wuchs immer weiter und die Leitung wurde bald zu einer Vollzeitbeschäftigung für Neil. Doch der finanzielle Spielraum des VHS-Kurses war erschöpft und so gründeten am 12. Februar 1977 30 Theaterbegeisterte den Förderverein. „Andy konnte dann von seinem Honorar als hauptamtlicher Intendant leben“, sagt der damalige erste Vorsitzende des Vereins, Wolfgang von der Heide.

Im folgenden Jahr bezog das Theater das Gebäude am Rosengarten, vorerst nur für fünf Jahre. Doch es ist den erfolgreichen Inszenierungen Neils zu verdanken, dass daraus schon mehr als 35 Jahre geworden sind. „Eigentlich müsste es Andy-Neil-Haus heißen. Es ist sein Theater“, sagt sein langjähriger Weggefährte von der Heide.

Neil habe seinen Mimen viel abverlangt, sei zuweilen auch streng gewesen, erinnert sich von der Heide. Aber er formte die Mimen, hat ihnen viel beigebracht, ließ sie über sich selbst hinauswachsen. „Andy war theaterbessessen und verstand es, andere anzustecken“, sagt von der Heide. Mit Erfolg. „Dank ihm konnten wir uns von anderen Amateurtheatern in der Region absetzen“, so von der Heide.

Doch Neil war mehr als der strenge Rittmeister. „Wir haben herrliche Zeiten verlebt“, erinnert sich der ehemalige Chef des Theatervereins. Nicht zuletzt auch, weil er ein sehr humorvoller Mensch war. „Man konnte immer Blödsinn mit ihm machen.“

2004 ging Neil als Intendant in Rente, sein Nachfolger ist Günther Hagemann. Neil blieb auch im Ruhestand seiner Leidenschaft und dem Theater treu und führte unter anderem 2007 noch einmal Regie im Stück „Ganze Kerle“.

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