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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 21:46 Uhr

Runder Geburtstag : Wedelerin wird 100 Jahre

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Wedelerin Käthe Paulsen feiert ihren 100. Geburtstag im Graf-Luckner-Haus. Sie ist noch immer in zahlreichen Gruppen aktiv.

Wedel | „Wie kommt man dahin?“, fragte Käthe Paulsen gestern in die Runde. Doch keiner der Gratulanten konnte der 100-Jährigen eine Antwort geben, wie man dieses Alter erreicht. „Du hast uns immer gesagt ‚Ein bei ein‘“, verriet ihr Sohn Hans-Karl und ergänzte: „So hast du die 100 vollgemacht.“

Käthe Paulsen kam am 17. August 1914 in Wedel zur Welt und besuchte als Kind die Abc-Schule und später die Hauswirtschafts- und Handelsschule. Als Haustochter arbeitete sie danach bei einem Blankeneser Reeder und zog mit ihren Eltern auf die Elb-Insel Hanskalbsand. Ihr Vater fuhr als Fährmann täglich von der Insel nach Wedel. Dort lernte sie ihren Mann kennen, der als Justizvollzugsbeamter auf Hanskalbsand arbeitete.

Ein Jahr nach der Heirat 1938 wurde Tochter Anke geboren, die ihre Mutter fast täglich im Graf-Luckner-Haus besucht. 1948 kam Sohn Hans-Karl zur Welt. „Als es nach dem Krieg ruhiger wurde, sind wir nach Holm gezogen“, berichtete Paulsen. 1976 zog die gebürtige Schulauerin nach Wedel – in die Schulauer Straße. Dort blieb sie auch nach dem Tod ihres Mannes 1995 wohnen und zog 2005 in eine Zwei-Zimmer-Wohnung im Graf-Luckner-Haus, wo sie bei Bewohnern und Betreuern beliebt ist.

„Jeden Freitag trifft sich die Backgruppe und wir dürfen dann probieren, was Frau Paulsen zaubert“, schwärmte Regina Wagner, die zwei Tanzgruppen im Haus leitet. Ihre Mutter Edelgard ist dort Tanzpartnerin von Käthe Paulsen, die sich während ihrer Geburtstagsfeier spontan dem Geburtstagstanz ihrer Mittänzerinnen anschloss.

Darüber hinaus ist die 100-Jährige im Literaturkreis, bei der Hauszeitung und der Gehirnjogginggruppe aktiv. „Käthe hat gemacht“, erklärte Sohn Hans-Karl bei seiner Festrede und ergänzte: „Und Käthe macht heute noch.“ Außer dem Backen sei die Handarbeit das große Hobby von Paulsen.

Tochter Anke stand vor einem mathematischen Problem: „Je älter man wird, desto geringer wird der Altersunterschied“, stellte sie fest und scherzte: „Mathematisch ist das wohl nicht zu erklären.“ Die 25 Jahre Altersunterschied würden immer geringer wirken und heute sei ihre Mutter ihre beste Freundin.

„Sie haben Höhen und Tiefen erlebt und ihren Frohsinn und ihr Gottvertrauen bewahrt“, gratulierte Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock. Gertrud Borgmeyer (Die Grünen) überbrachte Glückwünsche und einen Geschenkkorb von der Stadt. Für viel Gelächter sorgte Lisa Träger mit ihrem Zwischenruf: „Frau Paulsen hat mich schon als Kind auf dem Arm gehalten.“ Denn als sie ein Baby war, war Paulsen gerade 14 – und ihre Babysitterin. Nun leben beide im Graf-Luckner-Haus.

Das Geheimnis ihres Alters konnte die Jubilarin nicht erklären, aber eines sei immer wichtig gewesen: ein Apfel am Tag. Den kaufe sie immer noch selbst im Bauernmarkt. Tochter Anke verriet, was ihre Mutter ihr vor der Feier gesagt hatte: „Ich bin jetzt 100 Jahre alt, aber innen drin bin ich doch noch immer die alte Käthe.“

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erstellt am 18.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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