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Arbeitsmarkt : Wedelerin plant Senioren-Jobbörse

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Initiatorin Hildtraut Dorfmann-Krahwinkel sucht Menschen ab 60, die sich an der Gründung in der Rolandstadt beteiligen möchten.

Wedel | Ruhestand – und dann? Sich um die Enkel kümmern oder ein Ehrenamt bekleiden, das ist schön und gut. Manch einem fehlt aber auch die Arbeit. Die Wedelerin Hildtraut Dorfmann-Krahwinkel möchte solchen Fällen Abhilfe verschaffen und eine Jobbörse für Senioren in der Rolandstadt gründen. Ihr Ziel: Eine Arbeitsvermittlung für Senioren ins Leben rufen, die passgenaue Verbindungen zwischen Senioren und Arbeitswelt im Raum Wedel herstellen. Aus diesem Anlass hat sie eine Umfrage in Wedel gestartet. Am Tag des Bürgerentscheids stand sie vor dem Rathaus und befragte zirka 65 ältere Damen und Herren. Allgemeiner Tenor: Ja, wir wollen arbeiten und das nicht nur ehrenamtlich. Ihre Umfrage ergab: Fast alle Frauen und Männer finden eine Arbeitsvermittlung sinnvoll. An Arbeit interessiert sind rund 25 Prozent. Das geht auch Dorfmann-Krahwinkel so, sie ist pensionierte Oberstufenlehrerin für Wirtschaft und Mathematik. Was ihr am Herzen liegt: „Senioren müssen oder wollen nach ihrer Verrentung einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen.“

Dabei plant sie, dass Senioren wenige Wochenstunden bis hin zu 450 Euro im Monat arbeiten könnten. Und sie betont: „Ich denke nicht an Jobs wie Putzen, Packen oder Nachtwache, die jeder per Inserat finden kann.“ Stattdessen möchte sie Fachqualifikation, Know-How, Zuverlässigkeit und Erfahrung wieder zum Einsatz bringen. Dafür sucht sie aktuell Menschen, die sich mit ihr für die Vermittlung in der Rolandstadt engagieren. „Ich möchte ein Kompetenz-Team gründen“, sagt die 66-Jährige.

Wichtig sei ihr, dass die Mitglieder des Teams Berufserfahrung aus verschiedenen Bereichen mitbringen: „Zum Beispiel Kenntnisse im Marketing, Computer, BWL oder EDV-Bereich – zuviel Kompetenz kann man gar nicht haben“, sagt sie und lächelt. Als Beispiele nennt sie auch Senioren, die im Hotel- und Gaststättengewerbe tätig waren sowie Ingenieure und Handwerksmeister.

Dorfmann-Krahwinkel erklärt, wie ihr die Idee kam: „Jeder von uns ist froh, wenn er heutzutage unter sehr viel Stress endlich den Ruhestand erreicht hat“, sagt sie. „Nach einiger Zeit jedoch, vermute ich, geht es vielen ähnlich wie mir: neben der endlich verdienten Freizeit möchte man noch etwas Sinnvolles und Wertgeschätztes tun außer einem Ehrenamt.“

Außerdem könne sie sich vorstellen, dass aus der Initiative langfristig eine gesellschaftliche Veränderung im Umgang mit der älteren Generation folgt. „Vielleicht trägt es auch zur Linderung des anstehenden Fachkräftemangels bei.“ Und das Thema ist aktuell:„Gerade diese Woche berichtet der Spiegel über die Thematik, ältere Menschen länger zu beschäftigen. Ich glaube, das Interesse daran beginnt zu keimen“, so Dorfmann-Krahwinkel.

Kontakt: Hildtraut Dorfmann-Krahwinkel ist per E-Mail erreichbar unter Hildtraut.Dorfmann@gmail.com
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erstellt am 22.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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