Nach Medienkritik an ihrem Queen-Gemälde : Wedelerin Künstlerin druckt jetzt Queen-Shirts

Blaues Pferd trifft buntes Pferd: Nicole Leidenfrost lässt T-Shirts mit der jungen Queen auf dem blauen Pony drucken. Das großformatige Ross ist ihr jüngstes Werk.
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Blaues Pferd trifft buntes Pferd: Nicole Leidenfrost lässt T-Shirts mit der jungen Queen auf dem blauen Pony drucken. Das großformatige Ross ist ihr jüngstes Werk.

Ein „peinliches“ Geschenk von Joachim Gauck an die Queen – und die Folgen für eine Wedeler Künstlerin.

shz.de von
17. Juli 2015, 18:23 Uhr

Wedel | Queen Elizabeth II. war „not amused“ über das Bild. Es war ein Geschenk, das Bundespräsident Joachim Gauck der britischen Königin bei ihrem Deutschlandbesuch Ende Juni überreichte. Es zeigt ein Mädchen auf einem blauen Pony und einen Mann in gelber Jacke. Die britische „Sun“ sprach damals von „quälendem Zweifel“ der Queen: Soll der Mann wirklich ihr Vater George VI. sein?, hatte sie den Bundespräsidenten gefragt.

Pferd in Royalblau: So heißt das Gemälde für Königin Elisabeth II. Britische Medien hatten wenig dafür übrig.
Foto: dpa
Pferd in Royalblau: So heißt das Gemälde für Königin Elisabeth II. Britische Medien hatten wenig dafür übrig.
 

Die Geschichte machte Schlagzeilen – jetzt gibt es in Wedel bei Hamburg eine Fortsetzung. Gemalt hat das Bild Nicole Leidenfrost, über sie hatte sich viel Spott ergossen. Besonders britische Medien lästerten über das „peinliche“ Geschenk. Doch nun dreht Leidenfrost den Spieß um und macht aus der Negativpresse ein Geschäft.

Die Wedelerin lässt T-Shirts bedrucken. Darauf ist das umstrittene Bild zu sehen. Darunter prangt der Spruch: „If you don’t like it, get this marzipan.“ Auf deutsch: „Wenn’s Ihnen nicht gefällt, nehmen Sie das Marzipan.“ Diese Sätze hatte Gauck an Ihre Majestät gerichtet, als das Pferdebild Verwirrung gestiftet hatte. Denn die Spezialität aus Lübeck hatte Gauck auch als Geschenk dabei. „Es ist ein Spaß. Ich schaue einfach ma’, was draus wird“, sagt Leidenfrost. Ihre Idee war ursprünglich, Handtaschen mit Motiven ihrer Gemälde bedrucken zu lassen.

Doch dann kam der Zufall dazu. „Ich habe Papprollen für den Versand von Bildern gesucht. Bei einem Wedeler Unternehmen wurde ich fündig. Die Mitarbeiter dort haben mich sofort erkannt“, erzählt sie. Weil die Firma gerade in eine neue Textil-Druckmaschine investiert hatte, kam prompt der Vorschlag: „Drucken Sie doch das Queen-Bild auf T-Shirts.“ Gesagt, getan. Einige Prototypen sind inzwischen fertig. Wenn genug Bestellungen zusammenkommen, gehen die Hemden in Druck.

Der Medienrummel ist inzwischen eingepreist. Kosteten vor dem Queen-Besuch viele Bilder, die sie in ihrer Online-Galerie anbietet , zwischen 500 und 1500 Euro, sind es jetzt 3000 bis 7000 Euro. Neu hinzugekommen sind seitdem erst drei Gemälde. „Mir bleibt einfach zu wenig Zeit“, sagt Leidenfrost. Demnächst steht auch noch ein Umzug an. Der Mietvertrag ihrer Galerie in Hamburg-Othmarschen läuft aus.

Was aus dem blauen Pony geworden ist, weiß sie nicht. „Ich habe vom Königshaus keine Rückmeldung bekommen. Vielleicht wird es mal bei dem kleinen Prinz George im Kinderzimmer hängen.“

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