Vier Tage im Bundestag : Wedelerin als Abgeordnete in Berlin

Saß als „Hanna Grünwald“ im Bundestag: Yella Nicklas.
Saß als „Hanna Grünwald“ im Bundestag: Yella Nicklas.

Die 17-jährige Jung-Grüne Yella Nicklas nahm am Planspiel „Jugend und Parlament“ im Bundestag teil.

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30. Juli 2014, 16:00 Uhr

Wedel / Berlin | Um 6.45 Uhr begann für „Hanna Grünwald“ der Tag in Berlin mit dem gemeinsamen Fraktionsfrühstück. Danach folgte das Landesgruppentreffen und im Anschluss die Fraktionssitzung, nach dem Mittagessen die Arbeitsgruppensitzung bis es dann noch einmal – von 16 bis 20 Uhr – in die Fraktionssitzung ging. Auch danach gab es noch Wichtiges zu besprechen, Feierabend war gegen 23 Uhr. Und dann wurde „Grünwald“ auch wieder zu Yella Nicklas.

„Viel Zeit zum Schlafen blieb nicht“, sagt die 17-jährige Wedelerin über ihre Zeit im Bundestag. Gemeinsam mit mehr als 300 anderen Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren nahm sie kürzlich an dem Planspiel „Jugend und Parlament“ teil. Junge Frauen und Männer aus dem gesamten Bundesgebiet schlüpften dabei in die Rolle von fiktiven Bundestagsabgeordneten. Auch der überzeugten Grünen Nicklas wurde eine neue Identität zugeteilt. Das einzige was daran grün war, war der Name: „Ich war Hanna Grünwald, eine Grundschullehrerin aus Bayern und Mitglied der CVP, der Christlichen Volkspartei, also quasi der CSU“, berichtet Nicklas.

Als Mitglied der CVP gehörte Nicklas der stärksten Partei an und arbeitete zum Thema Recht und Verbraucherschutz einen Gesetzesentwurf aus. „Beeindruckend war für mich bei der abschließenden Plenarsitzung, dass unser Entwurf mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde“, so Nicklas, die auf Vorschlag der Grünen-Bundestagsabgeordneten Valerie Wilms beim Planspiel dabei war. „Ich habe sofort zugesagt“, so Nicklas, denn ein Freund von ihr habe bereits im vergangenen Jahr daran teilgenommen und sei begeistert gewesen.

Am vierten Tag sprach Bundestagspräsident Professor Norbert Lammert (CDU) die Schlussworte. „Ohne abzulesen 15 Minuten lang über die Arbeit im Bundestag, Politik und Demokratie – davon war ich beeindruckt“, so Nicklas.

„Es ist die einzige Veranstaltung, bei der Nicht-Parlamentarier im Plenarsaal reden halten dürfen“, so Nicklas. Während ihres Aufenthalts besuchte sie auch ihre Mentorin Wilms im Bundesbüro. „Ich bin beeindruckt davon, wie anstrengend und gleichzeitig unglaublich spannend und lohnend Politik sein kann.“

Im echten Leben ist die Schülerin des Johannes-Rist-Gymnasiums (JRG) seit einem Jahr bei den Grünen und seit Herbst 2013 im Vorstand. Die Arbeit im Bundestag sei nichts für sie – auf kommunaler Ebene möchte sie aber politisch aktiv bleiben und als Gymnasiallehrerin für Englisch und Geschichte arbeiten.

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