Wedeler TSV: Politik bildet „Task-Force“

Renate Koschorrek
Renate Koschorrek

Finanzkrise beim TSV: Gremium soll Fakten sammeln

shz.de von
18. Juli 2015, 16:00 Uhr

Einstimmig votierte der Wedeler Rat dem Eilantrag der CDU am Donnerstag zu: Während der politischen Sommerpause soll eine „Task-Force“ aus Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung mit der Situation beim finanziell angeschlagenen Wedeler TSV befassen. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um ein Entscheidungsgremium. Ziel ist es laut Antrag stattdessen „notwendige städtische Beschlüsse für die politischen Beratungen vorbereiten sowie den Informationsbedarf der Politik kanalisieren“.

Ende Juni war bekannt geworden, dass der größte Wedeler Sportverein Probleme bei der Finanzierung des Sportzentrums an der Bekstraße habe. Dem TSV fehlen bis Ende des Jahres 66  000 Euro – bereits im September könnte die Insolvenz drohen (diese Zeitung berichtete). Mögliche Lösungen sind der Verkauf des Vereinsheim und eine Erhöhung der Beiträge. Die Mitglieder des TSV sollen am 22. Juli auf einer Versammlung darüber entscheiden. Erbbaurechtsgeberin des Vereinsheims ist allerdings die Stadt Wedel.

Helge Jürgensen aus der Leichtathletikabteilung des Vereins fragte den versammelten Rat: „Was wollen Sie zur Rettung des TSV tun?“ Der TSV sei ein wichtiger Verein, entgegnete Olaf Wuttke (Grüne). „Wir möchten aber nicht für die einspringen, die verantwortlich sind“, so der Ratsherr weiter. Das ganze Loch in der Vereinskasse werde wohl kaum aus Steuermitteln gefüllt werden können. „Erwarten Sie nicht, dass wir einen Rettungsschirm aufspannen“, betonte auch FDP-Ratsfrau Renate Koschorrek. Michael Kissig, Fraktionschef der CDU sagte: „Die Stadt kann Sie unterstützen – aber der TSV muss seine Hausaufgaben machen.“ Detlef Murphy von den Linken mahnte dagegen an: „Es darf jetzt nicht um Schuldzuweisungen gehen. Die Stadt soll dem Verein im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten helfen.“

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