Stadtgeschichte : Wedeler Stadtmuseum stellt neues Programm vor

Sie sorgen dafür, dass das Stadtmuseum mit seinem Außenstandort Technicon eine lebendige Kunst-, Kultur- und Begegnungsstätte bleibt: Renate Steinbach (von links), Heimatbund, Ehrenamtler Gerhard Kuper, Leiterin Sabine Weiss, Ehrenamtler Heinz Gläser und Museumspädagogin Ulrike Mayer-Küster.
Foto:
1 von 3
Sie sorgen dafür, dass das Stadtmuseum mit seinem Außenstandort Technicon eine lebendige Kunst-, Kultur- und Begegnungsstätte bleibt: Renate Steinbach (von links), Heimatbund, Ehrenamtler Gerhard Kuper, Leiterin Sabine Weiss, Ehrenamtler Heinz Gläser und Museumspädagogin Ulrike Mayer-Küster.

Themen sind neben Brauchtum und Kunst auch die Jubiläumsaustellung „120 Jahre Uhrmacherhandwerk in Wedel“.

shz.de von
17. Mai 2018, 12:55 Uhr

Wedel | Noch füllen die Steinfiguren aus Simbabwe einer Wedeler Sammlerfamilie den Sonderausstellungsraum im Stadtmuseum. Doch bald werden die Objekte, deren weiche, spiegelglattgeschliffenen Oberflächen den Betrachter zum Berühren anregen, abgebaut. Sie weichen einer neuen Ausstellung, kündigt Museumsleiterin Sabine Weiss an. Ab Sonnabend, 7. Juli, zeigt die Hamburger Künstlergruppe „Photo.Kunst.Raum“ in Unikat-Büchern, Fotografien, Filmen und Installationen ihre Ausarbeitungen zum Thema „Vier Elemente“.

„Wasser – Wolken – Wind – Freudenquell und Naturgewalt“ hat die Gruppe, die 1996 von Carmen Oberst ins Leben gerufen wurde, den für Wedel konzipierten Teil ihres Kunstprojekts genannt. Wie schon in den beiden ersten Auftritten der Hamburger Crew in der Rolandstadt beschränken sich die Künstler dabei nicht auf das Stadtmuseum. Sie beziehen auch den Kirchturm der Immanuelkirche in ihre Aktionsarbeiten mit ein. Finissage für die Schau wird am 15. September sein.

Die Bildhauer-Arbeiten aus Simbabwe räumen bereits am Sonntag, 27. Mai, das Feld. Aber nicht still und klammheimlich, sondern mit einer großen Verkaufsaktion. Die Wedeler Familie löst ihre Sammlung auf, erläutert Weiss. Ab 15 Uhr gehen 50 zeitgenössische Skulpturen aus dem Land im Süden Afrikas „zu besonderen Preisen“ in den Verkauf. Sie zeigen gegenständliche und abstrakte Motive und sind häufig aus dem sogenannten Serpentin, auch als Schlangenstein bezeichnet, gefertigt. Wer Interesse an einem der Objekte hat, die sich Dank des Materials auch gut für den Garten eignen, muss sich den Termin markieren. Für jedes Objekt, das über die Ladentheke geht, bekommt das Stadtmuseum eine Spende.

Geschichte des Uhrmacherhandwerks

Auch die Ausstellung nach der „Photo.Kunst.Raum“-Schau ist bereits in Planung. Museumsleiterin Weiss nimmt das diesjährige Firmenjubiläum von Uhren-Haase zum Anlass, um über das Uhrmacherhandwerk zu berichten. Der Wedeler Betieb feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen. Die Ausstellung, die von der individuellen Firmengeschichte zur allgemeinen historischen Aufarbeitung der Uhren-Handwerkskunst übergeht, heißt folgerichtig „120 Jahre Uhrmacherhandwerk in Wedel“. Vernissage ist am Sonntag, 23. September, um 15 Uhr.

Um auch noch im Technicon, der industrie- und technikgeschichtlichen Sammlung, die auf dem Möller-Gelände im Rosengarten 10 Unterschlupf gefunden hat, Sonderausstellungen zu entwickeln, reicht die Man-Power des aktiven Teams nicht. Acht Ehrenamtler kümmern sich um die geschichtliche Aufarbeitung der Wedeler Industriebetriebe und sind bei einer Zahl von um die Hundert industriellen Fertigungsstätten reichlich ausgelastet. In fünf Räumen zeigen zahlreiche Objekte, Fotos, Unterlagen und Dokumente, was für ein technisches Zentrum die Stadt war und auch noch ist.


Wir bauen einen kleinen Fotoapparat

Im Technicon ist auch das Angebot untergebracht, das das Stadtmuseum für Kinder bereit hält. Jeden ersten Sonnabend im Monat lädt Museumspädagogin Ulrike Mayer-Küster dort ins Kinderlabor ein. Ab acht Jahren dürfen Mädchen und Jungen dann schrauben und löten, schneiden und sägen, um etwas Konkretes herzustellen. Handwerklich oder elektronisch durchaus anspruchsvolle Sachen, sagt Mayer-Küster. „Es soll etwas herauskommen, was funktioniert“, ist die Devise. Am 2. Juni steht die Camera obscura auf dem Programm. Los geht es um 14 Uhr.

Auch die Brauchtumspflege gehört zum großen Spektrum, das das Stadtmuseum abdecken will. Hier hat der Wedeler Ortsverband des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds, der gleichzeitig Träger des Museums ist, den Hut auf. Jeden ersten Donnerstag im Monat sorgen die Mitglieder unter ihrer Vorsitzenden Renate Steinbach für Leben in den Räumen, wenn sie ab 15 Uhr zum Plattdeutschen Nachmittag ins Gartenhaus einladen. „Wir sind gut besucht. Der Nachmittag bringt durchschnittlich ein neues Mitglied pro Monat“, schätzt Steinbach. Sie verrät jetzt schon von einer Zusammenarbeit mit dem Theater Wedel, die im Sommer zum tragen kommt. Es ist geplant, dass das Open-Air-Sommertheater diesmal in den Garten des Stadtmuseums verlegt wird. Vom 13. Juli an soll es an drei Wochenenden sieben Vorstellungen geben: szenische Lesungen zum Thema Krimi.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen