Retter in Aktion : Wedeler Kameraden zeigen, wie sie helfen

Auch mit schwerem Gerät hantiert Andreas Klabunde. So werden im Notfall eingeklemmte Passagiere befreit. Seine Söhne Louis und Liam haben Spaß beim Zugucken.
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Auch mit schwerem Gerät hantiert Andreas Klabunde. So werden im Notfall eingeklemmte Passagiere befreit. Seine Söhne Louis und Liam haben Spaß beim Zugucken.

Nicht nur Löschen: In der langen Nacht der Feuerwehr in Haseldorf durften die Besucher viele Handgriffe selbst ausprobieren

shz.de von
02. Juli 2018, 16:00 Uhr

Haseldorf | „Wir suchen Verstärkung“ stand auf dem Plakat am Straßenrand. Die 45 ehrenamtlichen Brandschützer der Gemeinde luden zur „Langen Nacht der Feuerwehr“ in die Wache ein. Mitmachen und Ausprobieren war die Devise. Bürgermeister Dieter Sellmann (BFH) mit dem dreijährigen Enkel Johann auf dem Arm schaute sich als einer der ersten um. Ihre Löschfahrzeuge hatte die Wehr aus der Fahrzeughalle herausgerollt. Der „Neue“ vom Typ HLF 20/16 mit Sitzplätzen für eine Gruppe, also acht Frauen und Männer plus Gruppenführer, stand blitzblank geputzt in der Sonne, ebenso ein Staffelfahrzeug, das bis zu sechs Feuerwehrleute befördern kann. Die Halle war jetzt für die Gäste da. Tische und Bänke luden zum Klönen ein. Leckeres vom Grill gab es und selbstverständlich einen Getränkewagen.

Zwei Altgediente traf man hier, Walter Wilkens und Hans Joachim Schuldt. 1961 warfen sie der Wehr beigetreten. Jetzt sinnierten sie gut gelaunt über all die Veränderungen, die sie miterlebt hatten. Jüngere Besucher probierten draußen erstmal die vielen Mitmachangebote aus. Besondere Attraktion: ein alter Mercedes. Der sollte aufgebrochen werden, ganz so wie in einem Ernstfall, wenn es gilt, eingeklemmte Insassen zu befreien. Schwerstes Gerät kam zum Einsatz. Aktive der Wehr standen den Besuchern mit gutem Rat zur Seite.

Es gab auch „Löschangriffe“, bei denen die Besucher merkten, wie viel Kraft nötig ist, um eine voll aufgedrehte Spritze zu halten. Ein Stück weiter erklärten jüngere Kameraden die modernsten Techniken der Kommunikation. Dann durften Besucher selbst mit Funkgeräten experimentieren.

An einem weiteren Stand gab es Feuerwehr-Schutzanzüge zum Anprobieren. Atemschutzmasken und Sauerstofftanks gehörten dazu. Das vermittelte einen Eindruck vom enormen Gewicht der Ausrüstung. So eingekleidet konnten die Gäste probieren, sich in einem stockfinsteren Raum zurechtzufinden.

Man konnte auch den Umgang mit „Fog Nails“, auf Deutsch Nebel-Nägel, lernen. Damit sichert die Feuerwehr einen Raum, in dem es brennt. Denn die Tür einfach aufzumachen, ist lebensgefährlich. Also wird erst ein „Fog Nail“, zugleich Bohrer und Spritze, hindurch getrieben. Damit wird der Raum hinter der Tür mit dünnen Wasserstrahlen „eingenebelt“. Danach kann man einigermaßen sicher hinein. Für die zahlreichen Besucher die vorbeischauten, war die „Lange Nacht der Feuerwehr“ ein erlebnisreicher Abend.

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