Paten gesucht : Wedeler beim Friedensdienst

Christoph Jakubowsky will Friedensdienst absolvieren.
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Christoph Jakubowsky will Friedensdienst absolvieren.

Der JRG-Schüler Christoph Jakubowsky wird rund ein Jahr im polnischen Breslau die deutsch-polnische Freundschaft fördern.

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04. Juni 2014, 12:00 Uhr

Wedel | Das Abi ist bald durch – und dann? Studieren, Praktika oder doch Work and Travel in Australien? Für den Wedeler Christoph Jakubowsky steht bereits fest: „Ich möchte einen Freiwilligendienst mit der Aktion Sühnezeichen absolvieren.“ Jakubowsky ist 18 Jahre alt und besucht derzeit die 13. Klasse des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG). Seit Anfang März ist klar, dass er ab September in Breslau seinen Freiwilligendienst ableisten kann. Beworben hat er sich dafür bereits im November des vergangenen Jahres. „Zur Vorbereitung mache ich gerade einen polnischen Sprachkurs an der VHS“, sagt der Wedeler. Das bereite ihm großen Spaß, auch wenn die Aussprache schwierig sei.

In Breslau wird der Wedeler im Edith-Stein-Haus mitarbeiten, einem Kulturzentrum, das sich seit der Gründung der gleichnamigen Gesellschaft 1989 insbesondere auf kultureller Ebene der deutsch-polnischen Versöhnung verschrieben hat. „Ich werde selbst an der Organisation beteiligt sein, kulturelle Veranstaltungen mitplanen und Workshops und Vorträge durchführen“, sagt er. Außerdem wird er in dem Haus deutschen Sprachunterricht geben. Vor dem Hintergrund der Biografie Edith Steins – sie war eine deutsch-jüdische Philosophin aus Breslau, die zum Katholizismus konvertierte und 1942 in Auschwitz-Birkenau ermodet wurde – widmet sich das Haus außerdem dem jüdisch-christlichen Dialog.

Die Arbeit in der 650 Kilometer entfernten Stadt ist ganz in dem Sinne der Friedensdienste der Aktion Sühnezeichen (ASF): Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Verbechen sei für die Vertreter verpflichtend für das Handeln in der Gegenwart.

Aktuell sucht der 18-Jährige Paten. Dazu verpflichtet man sich bei ASF. „Einerseits sollen mehr Leute von ASF erfahren, andererseits ist es ein gesamtgesellschaftliches Anliegen und Erlebnis“, sagt Jakubowsky. Wer eine Patenschaft übernimmt, erhält dafür zwei Berichte von dem Abiturienten über seine dortige Arbeit.

Nach dem Aufenthalt in Breslau möchte Jakubowsky studieren – Geschichte, Politik und Jura interessieren ihn. „Nach dem Jahr in Polen fällt mir die Entscheidung sicher leichter“, sagt er.

Wer Jakubowsky finanziell unterstützen möchte und eine Patenschaft übernehmen will, kann sich telefonisch unter 04103-904354 oder per E-Mail an cj.jakubowsky@gmail.com bei ihm melden.

Die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) ist eine deutsche Organisation der Friedensbewegung. Sie wurde 1958 auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet. Die Organisation führt ein internationales Freiwilligenprogramm durch und veranstaltet Workcamps in West- und Osteuropa. Die ASF will für die heutigen Folgen der Gewaltgeschichte sensibilisieren und aktuellen Formen von Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung von Minderheiten entgegentreten.
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