zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 01:24 Uhr

Wedelecs: Stoppen oder fortfahren?

vom

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Das E-Fahrrad-Verleihsystem Wedelecs der Stadtwerke Wedel: Für den Betreiber ist es der Vorstoß auf ein neues Geschäftsfeld und ein Vorzeige-Projekt in Sachen Elektro-Mobilität. Für die Politik dagegen - zumindest für weite Teile - entwickelt es sich zu einem immer größeren Stein des Anstoßes und einem Projekt, das zunehmend kritisch beäugt wird. Und das, obgleich die Wedel-Pedelecs noch nicht einmal ein Jahr rollen.

Korrektur: Wirklich rollen konnten sie bislang nur knappe vier Monate. Von November bis 8. Mai hieß es: Winterpause. Ein Umstand, der bei den Fraktionen durch die Bank für Verwunderung gesorgt hatte - gelinde gesagt. Denn dass es sich lediglich um ein Halbjahresprojekt handelt, war eigentlich niemendem so richtig klar. Das wurde deutlich, als Stadtwerke-Chef Adam Krüppel jüngst noch einmal im Planungsausschuss zu dem Wedelecs-System Stellung nahm (wir berichteten).

Was dort wiederum nicht deutlich wurde: Die Automatik-Ausleihe am Bahnhof und in der Moorwegsiedlung war massiv problembehaftet. Kinderkrankheiten, so habe man gehofft, erklärte Krüppel zum Saisonstart am 8. Mai. Waren es nicht, sondern kapitale Fehler, wie letzte Tests ergeben hätten. Die Automatik-Leihstationen wurden daher außer Betrieb genommen. Faktisch gibt es derzeit Wedelecs damit lediglich in der persönlichen Ausleihe an der Badebucht und am Elbe 1. Eine bemannte Station am Bahnhof ist in Arbeit.

Wie kommt das denn nun wieder bei der Politik an, die mehrheitlich den Weg für das mit 30 000 Euro aus dem Stadtsäckel geförderte Verleihsystem frei gemacht hat? Das Tagblatt hat nachgefragt.


"Stationen dürfen nicht reduziert werden"

"Ok, es ist ein Experiment. Aber uns hat niemand gesagt, dass die Räder nur wenige Monate zu nutzen sind. So war das nicht geplant", sagt Klaus Köhler (CDU). Generell sei es sinnvoll, das Projekt fortzusetzen, so Köhler - allerdings dürften die ursprünglichen vier Stationen nicht reduziert werden. Und, so seine persönliche Meinung: Die Räder, müssten dringend gegen solche ausgewechselt werden, die über eine Rücktrittbremse verfügten.

Manfred Eichhorn (SPD) äußert sich ebenfalls aus persönlicher Sicht - kritisch und fragend. Er sei sehr verwundert, dass Krüppel bei der Präsentation wenige Tage vor dem Start nichts von den gravierenden Technikmängeln gesagt habe. Ebenso verwunderlich sei es, dass diese Probleme unlösbar sein sollen, so Eichhorn: "Ich frage mich, warum man denn eine Firma gewählt hat, die so etwas offenbar nicht kann?" Ferner müsse diskutiert werden, wie man angesichts der nun reduzierten Leistung mit dem Zuschuss der Stadt umgehen will.

Für Gertrud Borgmeyer (Grüne) ist es "unredlich", dass die Stadtwerke die Technik-Pannen bei der Präsentation nicht erwähnt haben. "Schönreden" sagt sie verärgert dazu. Nun müsse der Karren aus dem Dreck gezogen werden und Wedel sei in einer verfahrenen Situation: "Selbst wenn wir das System einstampfen, kostet es Geld. Und außerdem stehen wir dann wieder mit nichts da."

Auch für Rainer Karnstädt (FDP) ist klar: Man sollte das System nicht einfach kippen, sondern einen neuen Anlauf versuchen. Auch in Sachen Automatik-Ausleihe. Er sei zuversichtlich, dass sich so etwas doch noch realisieren lasse, so der Liberale.

Für Stephan Krüger (Linke) dagegen steht fest: Das Projekt Wedelecs ist "als gescheitert zu betrachten". Das Modell sollte eingestellt werden und gehöre nicht in öffentliche Hand. Wedel sollte vielmehr versuchen, sich an das StadtRad-Modell der DB Rent anzukoppeln. Zur Erinnerung: Genau das war als Mitbewerber seinerzeit im Rennen, das die Stadtwerke gewonnen haben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen