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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. August 2017 | 10:24 Uhr

Wedel wächst – Wedel wird älter

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Statistik Einwohnermeldeamt legt Daten vor / Zahl der Ausländer stark gestiegen / Kirchengemeinden verlieren Mitglieder

Wedel wächst und gedeiht. In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl der Einwohner Wedels um knapp 2000 zugenommen. Das entspricht grob der Größe eines Dorfes wie Haseldorf oder Hetlingen. Etwa 34  400 Menschen leben in Wedel, wie aus Zahlen des Einwohnermeldeamts mit Stand Dezember 2016 hervorgeht.

Das Bevölkerungswachstum der Stadt geht fast ausschließlich auf das Konto von Ausländern. Ende 2006 lebten etwa 29  900 Deutsche und etwa 2500 Ausländer in Wedel. Ende 2016 waren es 29  900 Deutsche und 4500 Ausländer. Welcher Herkunft die Menschen sind und wie lange sie schon in Deutschland leben, lässt sich aus der Statistik nicht ableiten. Fest steht aber: Mit der Flüchtlingskrise hat der Zuzug nur bedingt zu tun. Zwar registrierten die Mitarbeiter des Einwohnermeldeamts 2015 mit 561 und 2016 mit 340 die stärkste Zunahme in der Gruppe der Ausländer. Doch auch in den Jahren zuvor war der Zuzug deutlich Seit 2011 lag er stets zwischen 120 und 350 pro Jahr.

Das Einwohnermeldeamt erfasst auch die Religionszugehörigkeit. Ein direkter Zusammenhang zwischen nichtdeutscher Nationalität und religiösem Glauben lässt sich zwar auf Grundlage der Statistik nicht herstellen. Aber es gibt ein Indiz dafür, dass viele ausländische Bürger aus muslimischen Ländern stammen. Die Zahl der Ausländer stieg seit 2006 um 2500, die der Muslime um 2300.

Bei den großen christlichen Konfessionen lässt sich dagegen ein deutlicher Rückgang feststellen. Die Zahl derer, die sich als evangelisch oder lutherisch-evangelisch bezeichnen, sank um etwa 1400 auf 9910, die Zahl der römisch-katholisch-Gläubigen um 210 auf 2070. Ob die Veränderung auf Kirchenaustritte oder Wegzüge zurückzuführen ist, lässt sich in den Daten nicht erkennen.

Nicht nur die Zahl der Muslime hat zugenommen. Auch die Anhängerschaft der Religionsgemeinschaften, welche die Verwaltung unter „sonstige“ zusammenfasst, ist gewachsen. Dazu gehören etwa Orthodoxe, Juden, Zeugen Jehovas und zahlreiche andere christliche und nichtchristliche Strömungen. Ihre Zahl stieg um 660 auf 10  150.


Bevölkerung der Stadt wird immer älter


Spannend ist, einen Blick auf die Altersstruktur in Wedel zu werfen. So mancher verspottet Wedel ja hinter vorgehaltener Hand als Rentnerstadt. Vermögende Hanseaten suchten sich dort gern ihren Ruhesitz, heißt es. Ein Vorurteil? Nicht ganz. Die Zahl der über Sechzigjährigen hat seit 2006 mit 800 deutlich zugenommen. Zur Vergreisung tragen vor allem die Deutschen bei. Die Zahl der über Sechzigjährigen stieg um 640. Die Zahl der Null- bis Dreizehnjährigen dagegen sank um 240, die der Vierzehn- bis Einundzwanzigjährigen um 90, die der Einunddreißig- bis Neunundfünfzigjährigen sogar um 290. Nur die Zahl der Zweiundzwanzig- bis Dreißigjährigen stagniert steigt leicht um 13. Unter den Ausländern sieht das ganz anders aus. In allen Altersgruppen gibt es mehr Einwohner als 2006. Besonders auffallend sind die Gruppen der Null- bis Dreizehnjährigen (plus 320), der Zweiundzwanzig- bis Dreißigjährigen (plus 390) und der Einunddreißig- bis Neunundfünfzigjährigen (plus 930).

Zusammenfassend bleibt die Erkennnis: Wedel wächst und Wedel wird älter.

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erstellt am 26.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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