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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. November 2017 | 19:00 Uhr

Kraftwerk : Wedel soll Flagge zeigen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Initiative: SPD, Grüne und Linke planen eine Resolution.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 14:00 Uhr

Wedel | Der Zoff zwischen Kraftwerks-BI und Betreiber Vattenfall um den Partikelauswurf des alten Kohlemeilers am Elbhochufer: Nur ein Problem der beide Konfliktparteien? Nein, sagen SPD, Grüne und Linke. „Wedel steht im Abseits und guckt zu, obwohl wir die Hauptbetroffenen sind“, sagt Linke-Fraktionschef Detlef Murphy. „Das geht nicht mehr. Rat und Verwaltung können sich nicht länger raushalten.“ Auch Petra Kärgel (Grüne) sagt: In Hamburg, wo über die Zukunft der Fernwärmeversorgung und Alternativszenarien für einen Wedel-Ersatz diskutiert wird, „fehlt ein klares Signal aus Wedel“. Dies wollen die drei Fraktionen mittels einer Rats-Resolution ändern. Und sie hoffen auf Unterstützung aller Parteien.

Vier Punkte umfasst der gestern vorgestellte Resolutionsentwurf. Punkt eins: Der Rat der Stadt Wedel fordert die Hansestadt Hamburg dazu auf, das Heizkraftwerk Wedel nur noch in der Heizperiode und nicht wie aktuell ganzjährig zur Stromerzeugung zu nutzen. „Hier wird auf Gewinne geschaut. Aber wir haben eine Vorsorgepflicht für die Bürger“, so Wedels SPD-Parteichef Lothar Barop. Zuletzt hatten vor allem säurehaltige Partikel, die im direkten Kraftwerksumfeld niedergegangen sind, für Ärger gesorgt (wir berichteten). Die Gegenmaßnahmen, die bislang ergriffen wurden, seien unbefriedigend oder gescheitert, urteilt Kärgel. „Dies ist ein Kraftwerk außer Kontrolle, und wir können nicht akzeptieren, dass das so weitergeht.“

Hoffen auf kürzere Laufzeiten

Punkt zwei der Resolution zielt denn auch auf die Realisierung eines schnellstmöglichen endgültigen Ersatzes für das Heizkraftwerk Wedel auch unter Nutzung der bereits vorhandenen Hamburger Fernwärmeanlagen. Ferner soll Hamburg Wedeler Pläne für eine Nachnutzung des Standorts zu unterstützen sowie Kraftwerksmitarbeitern nach der Schließung eine Weiterbeschäftigung anbieten.

Adressat ist Hamburg, weil die Hansestadt nach dem Volksentscheid zur Rücknahme der Energienetze nach eigenem Bekunden zum 1. Januar 2019 das Wärmenetz inklusive Kohlekraftwerk in Wedel übernehmen wird, heißt es in dem Entwurf der drei Fraktionen. Barop: „Es steht im Raum, dass das Kraftwerk noch bis 2025 betrieben wird. Wir wollen, dass es früher vom Netz geht.“

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