Tempo runter – Sicherheit rauf : Wedel setzt auf Tempo-30-Zonen vor Schulen

Vor der Ernst-Barlach-Schule am Tinsdaler Weg stehen die neuen Tempo-30-Schilder bereits seit der vergangenen Woche.
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Vor der Ernst-Barlach-Schule am Tinsdaler Weg stehen die neuen Tempo-30-Schilder bereits seit der vergangenen Woche.

Geschwindigkeit wird vor der Ernst-Barlach-Schule, der Gebrüder-Humboldt-Schule und vor der Kita St. Marien reduziert.

shz.de von
11. April 2018, 15:00 Uhr

Wedel | Die Stadt Wedel will die Verkehrssicherheit vor Schulen und Kindergärten erhöhen. Im Tinsdaler Weg vor der Ernst-Barlach-Schule, der Gebrüder-Humboldt-Schule an der Bundesstraße  431 und vor der Kindertagesstätte St. Marien in der Felstraße werden daher Tempo-30-Zonen eingerichtet.

„Mit der Aufstellung der neuen Tempo-30-Schilder schließt die Stadt Wedel die im vergangenen Herbst begonnene Einrichtung neuer Tempo-30-Zonen vor Schulen und Kindertagesstätten ab“, erläutert Sven Kamin, Pressesprecher der Stadt Wedel. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen seien auf die Schul- und Kitazeiten begrenzt und gelten jeweils nur von montags bis freitags. In dieser Woche werden die Schilder montiert, sodass sie rechtzeitig zum Schulbeginn nach den Osterferien fertig sind. Die erste Tempo-30-Zone wird auf dem Tinsdaler Weg vor der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule und der dort ansässigen evangelischen Kindertagesstätte umgesetzt. Die Schilder stehen dort bereits.

Neue Regelungen

Die Verkehrsaufsicht der Stadt Wedel setzt damit die neuen Regelungen des Schulwegerlasses des Landes Schleswig-Holstein um, der vor allem bei der Einrichtung von Tempo-30-Zonen entscheidende Neuerungen aufweist. Bisher sah die Verordnung die Einrichtung der Geschwindigkeitsreduzierung nur vor, wenn eine besondere Gefahrenlage besteht und eine Unfallhäufung nachzuweisen ist. „Diese Hürde wurde nun abgesenkt. Deshalb kann jetzt eine Anordnung streckenbezogener Geschwindigkeitsbeschränkungen bereits präventiv erfolgen, um die Unfallgefahr schon im Vorfeld deutlich zu senken“, erläutert Kamin. Außerdem schließe das Vorhandensein einer Ampel, wie an der B 431 vor der Gebrüder-Humboldt-Schule sowie vor der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule die Einrichtung einer Tempo-30-Zone nicht mehr aus.

„Die Verkehrsaufsicht hat mit Blick auf die neue Regelung die Verkehrssituation vor allem an den Bundes-, Landes-, Kreis- und anderen Vorfahrtstraßen gelegenen Kindertagesstätten, Schulen und Alten- und Pflegeheimen, an denen bisher keine gesonderte Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30  Stundenkilometer galt, geprüft“, sagt Kamin. Daraufhin wurden die drei neuen Bereiche festgelegt. „Vor den meisten anderen Kindertagesstätten und Schulen im Stadtgebiet ist die Geschwindigkeitsbeschränkung bereits lange in Kraft oder sie liegen in einer Sackgasse und sind daher vom Erlass nicht erfasst“, erläutert Kamin die Wahl der Standorte.

Unfallgefahren vermeiden

Gerade der direkte Bereich vor Schulen und Kindertagesstätten berge Unfallgefahren, denen mit der Reduzierung der Geschwindigkeit entgegengewirkt werden kann. So seien Kinder altersbedingt nur eingeschränkt dazu in der Lage, allgemeine Gefahren des Straßenverkehrs und ins- besondere Geschwindigkeiten herannahender Fahrzeuge richtig einzuschätzen. Vor allem jüngere Kinder seien teilweise unachtsam und ihr Verhalten im Straßenverkehr für andere Verkehrsteilnehmer nicht ohne weiteres vorhersehbar.

Ältere Kinder und Jugendliche seien oft abgelenkt, da sie sich in Gruppen bewegen. „Auf diese Weise können gerade bei Schulbeginn und Unterrichtsende Situationen entstehen, die von Autofahrern nicht vorausgesehen werden können. Eine geringere Fahrgeschwindigkeit gibt Kraftfahrern die Chance, besser auf eine mögliche Gefahrensituation zu reagieren“, sagt Kamin.

Vor Alten- und Pflegeheimen seien in der Rolandstadt keine neuen Tempo-30-Zonen notwendig gewesen, da sie bereits bestanden oder sich die Einrichtungen nicht unmittelbar an den vom Erlass erfassten Straßen befinden.

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