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Wohncontainer für 40 Personen : Wedel schafft neue Notunterkünfte

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Stadt möchte Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge, Asylbewerber und Wohnungslose ausbauen.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 12:00 Uhr

"In Hamburg fehlen Plätze für 3700 Flüchtlinge", leitete der Vorsitzende Lutz Degener (CDU) Punkt Sieben der Tagesordnung ein. Bei der ersten Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales in diesem Jahr ging es um die "Bereitstellung weiterer Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge, Asylbewerber und Wohnungslose" in der Rolandstadt. Die Situation von Flüchtlingen ist seit Monaten landes- und bundesweit ein Thema. Denn Platzbedarf gibt es nicht nur in der Hansestadt, vielerorts werden mehr Unterkünfte benötigt. So auch in Wedel.

Beschlossen ist: Es werden Wohncontainer angeschafft, Platz für 40 Menschen sollen sie bieten. Diskutiert wurden auch Leichtbauhäuser. Allerdings: "Die Wohncontainer sind finanziell und zeitlich die beste Lösung", sagt Oliver Wleklinski, Leiter des Fachdienstes Soziales.

Im Sommer sollen die Container stehen

Die künftigen Heime sähen von außen zwar aus wie Container, aber Degener und Wleklinski sind sich einig: "Qualitativ hat sich da einiges getan – es ist nicht mehr wie früher eine Zumutung", so Degener. "Sie sind innen ziemlich gut ausgestattet", sagt Wleklinski über die "städtische Notunterkünfte in mobiler Bauweise", wie er die Container korrekt nennt. Über zwei Etagen werden sie gebaut und ließen sich individuell als Wohnung gestalten. Ein Container ist dann zum Beispiel Flur und Bad, der andere fungiert als Schlafzimmer. Die Gebäudefläche ist dann um die 15 Meter breit und 25 Meter lang. Zum Sommer sollen die Wohnungen beziehbar sein. Im Juli, schätzt Wleklinski.

Der Standort wird seitens der Stadt noch nicht bekannt gegeben, "unnötige Unruhe", so Wleklinsiki, soll dadurch vermieden werden. Denn Formalitäten wie eine Bauvoranfrage und umweltrechtliche Regelungen müssten noch abgeschlossen werden. Die Kosten können noch nicht detailliert beziffert werden. Insgesamt sei inklusive Versicherung, Abschreibung und Bewirtschaftung mit 120.000 Euro zu rechnen.

Aktuell gebe es laut Wleklinski keine Flüchtlinge in der Rolandstadt. Insgesamt gibt es 113 Obdachlose, 89 Asylbewerber und fünf Aussiedler. Wann Flüchtlinge kommen, sei schwer abzusehen. Denn wenn Heimatvertriebene in Wedel untergebracht werden sollen, erfährt die Stadt das vom Land, aus Kiel. Dann muss eine Unterkunft ermöglicht werden, so Wleklinski. Dafür bleiben zwei Wochen Vorbereitungszeit.

"Es gibt auch Fälle, in denen die Vorlaufzeit gleich Null ist", sagt er. Zum Beispiel wenn der Gerichtsvollzieher kommt oder bei Ehepaaren, die sich trennen, und einer von beiden – meistens der Mann – ausziehen muss und dann obdachlos ist. In Wedel gilt die Regelung: Wohnungslose, Asylbewerber und Flüchtlinge werden gemeinsam untergebracht. "Einfach um keinen Neid aufkommen zu lassen."

Für die zweite Februarwoche dieses Jahres ist eine Informationsveranstaltung im Ratssaal geplant. Dort werden voraussichtlich auch viele Beratungsstellen, der Arbeitskreis Integration und andere sich vorstellen, so Wleklinski. Es soll gezeigt werden, was passiert und wer sich kümmert.

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