„Meine Schulzeit ist zu Ende“ : Wedel: Rektorin der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule geht

„In Hamburg sagt man Tschüss“: 500 Schüler schwenkten zum Abschied für Ulrike Quadfasel Taschentücher und sangen Heidi Kabels’ Lied.
„In Hamburg sagt man Tschüss“: 500 Schüler schwenkten zum Abschied für Ulrike Quadfasel Taschentücher und sangen Heidi Kabels’ Lied.

Ulrike Quadfasel geht nach 15 Jahren als Rektorin der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule in den Ruhestand.

shz.de von
16. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Es war ein Lebewohl mit Stil. 500 weiße Taschentücher wehten im Sommerwind und 500 Schüler sangen zusammen mit Heidi Kabel „In Hamburg sagt man Tschüss“. Ulrike Quadfasel ging nach 15 Jahren als Rektorin der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) in den Ruhestand. Die Entlassungsurkunde von Schulrat Dirk Janssen erhielt sie zum Glück schon zu Beginn der Abschiedsfeier in der Aula. Denn anschließend servierten die Kollegen der frischgebackenen Ex-Rektorin erst einmal einen kühlen Sekt.

Janssen würdigte Quadfasels Einsatz im „Herzen des Hurricane“. Jede Veränderung des Schulsystems habe an der EBG voll durchgeschlagen. Als die Rektorin im Jahr 2000 ihren Posten antrat, hieß das Bildungsinstitut noch „Ernst-Barlach-Realschule“. 2009 erfolgte die Zusammenlegung mit der nach Theodor Storm benannten Hauptschule zur Regionalschule. 2012 wurde diese dann in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt – inklusive gebundendem Ganztagsunterricht. Gemeinsam mit ihrem Team habe sich Quadfasel nicht nur diesen Reformen gestellt, sondern auch die Herausforderungen durch Schüler mit großen Leistungsunterschieden, Flüchtlingsbiografien voller Leid und Traumata oder mit fehlenden Deutschkenntnissen gemeistert.

Quadfasel selbst meinte mit Blick auf die Reformen: „Ich weiß nicht, ob ich mir das Amt zugetraut hätte, wenn ich gewusst hätte, wie viel Wandel auf mich zukommt.“ Sie habe es aber niemals bereut, die Position angetreten zu haben.

Dass sie dabei aber einen hervorragenden Job gemacht habe, bescheinigte ihr auch Kollegin Sabine Foßhag, Rektorin der Moorwegschule: „Die EBG hat steigende Schülerzahlen. Und zwar nicht, weil die Schüler nirgendwo anders hinkönnen, sondern weil sie sich bewusst für diese Schule entscheiden.“ Für Quadfasel ist nun ihre Schulzeit zu Ende gegangen, wie sie es selbst formulierte. Sie erwartet „ein Meer aus Zeit“. So lautete jedenfalls der selbstgeschriebene Song, den die Schülerband auf die Bühne brachte. Zeit, die Quadfasel nutzen will. Ganz sportlich, auf dem Tennisplatz, oder beim Golfen – von den Kollegen gab’s zum Abschied einen Anfängerkursus. Die Entwicklung in ihrer alten Schule wird sie weiter mit Interesse verfolgen. Ein Nachfolger ist schließlich noch nicht gefunden.

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