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Noch mehr Wohnungen : Wedel Nord in neuen Dimensionen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Pläne für bis zu 60 statt 34 Prozent Geschosswohnungsbau und Erschließungsalternativen zur Nordumfahrung vorgestellt.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Wedel | Der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs Wedel Nord sah rund 900 Wohnungen zwischen Gärtnerstraße und Holmer Straße vor. Als das Elmshorner Wohnungsbau-Unternehmen Semmelhaack im Dezember 2015 Pläne für die Realisierung vorstellte, waren es bereits 1100 Wohnungen. Jetzt hat der Immobilien-Gigant zusammen mit den Siegerentwurfs-Architekten vom Büro Agather-Bielenberg noch mal nachgelegt. Neuste Varianten für das Mega-Bauvorhaben im Altstadtnorden sehen bis zu 1300 Wohneinheiten auf dem 54-Hektar-Areal vor – durch eine Erhöhung des Anteils an Geschosswohnungsbau von 34 auf bis zu 60 Prozent.

Der Markt sei im Wandel, die Nachfrage von Eigentumswohnungen und Reihenhäusern auf Mietwohnungen geschwenkt, so Architekt Hans-Joachim Agather zur Neukonzeption. Im Planungsausschuss am Dienstagabend stellte er die Pläne erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vor. Sogar 1400 Wohnungen waren zwischenzeitlich im Gespräch – eine Option, die jedoch wieder verworfen wurde, sagte Agather. Die Mehrfamilienhäuser sollen entlang der Grünachsen entstehen, ohne dass die Qualität des Siegerentwurfs beeinträchtigt wird, so Agather. Neu ist zudem die Integration einer betreuten Einrichtung für bis zu 140 Senioren und hilfsbedürftige Menschen.

In Sachen Erschließung hat das Büro Argus unterdessen zwei Alternativen zur derzeit nicht mehrheitsfähigen Tangente auf der Nordumfahrungstrasse erarbeitet. Alternative eins führt über die Trasse bis zur Aschhopstwiete und nicht weiter bis zur Holmer Straße. Alternative zwei nutzt die Umfahrungstrasse und die Aschhopstwiete lediglich etwa jeweils zur Hälfte, um von dort ins Plangebiet zu führen.

Letzterer geben die Planer den Vorzug – mit dem Vermerk, sich die Option auf Ausbau zur Umfahrung offen zu halten. Was den Mehrverkehr durch mehr Wohnungen angeht, sehen sie Verkehrsexperten die Lage relativ entspannt angesichts einer prognostizierten Zunahme von lediglich 1300 Kfz-Fahrten in 24 Stunden.

Präferenzen seitens der Projektplaner gibt es auch für die Anzahl der Wohnungen: Sie schlagen die 1300-Wohnungen-Variante vor mit 60 Prozent Geschosswohnungsbau und einer Gesamt-Bruttogeschossfläche (BGF) von 150  000 Quadratmetern. Zudem raten sie zur Realisierung der Betreuungseinrichtung.

Eben die fand Anklang bei der CDU. Von 600 Wohnungsuchenden in Wedel sei etwa ein Drittel jene Klientel mit Betreuungsbedarf, so der Christdemokrat Kay Burmester. Seine Partei plädiere indes dafür, zunächst bei den knapp 900 Wohnungen des Wettbewerbs zu bleiben. Zudem sollten Gespräche mit dem Investor über eine finanzielle Beteiligung an der Erschließung geführt werden, die nach CDU-Meinung in Form der Nordumfahrung erfolgen müsse. Das sieht auch die FDP so, verdeutlichte Sprecher Martin Schumacher. Seine Partei habe angesichts des benötigten geförderten Wohnungsbaus nichts gegen erheblich mehr als 1000 Wohnungen, solange die Infrastruktur-Mehrkosten über eine Abgabe abgefangen werden. Für die Linke pochte Dieter Strüven ebenfalls auf Sozialwohnungen. Insgesamt solle der Geschosswohnugsbau indes 55 Prozent nicht überschreiten. Für die WSI stellte Fraktionschef Joachim Funck klar: „Wir wollen keine Schlafstadt für Hamburg werden“. Seine Partei wolle daher nicht mehr als die knapp 900 Wohneinheiten bei Erschließung ohne Umfahrung.

Die SPD sei in vielem noch offen, sagte Manfred Eichhorn, sei jedoch bereit, bis 1300 Wohnungen zu gehen, solange die zusätzlichen Blöcke nicht im Südwesten, sondern im Nordosten realisiert würden. Bei der Erschließung sei die SPD bereit, die Nordumfahrungs-Variante mitzugehen – wenn die Aschhopstwiete nicht durchgängig befahrbar wird und der Investor die Straße zahlt. Die Grünen seien uneinheitlich, ließ Fraktionsvorsitzender Olaf Wuttke wissen. Die Mehrheit wolle mehr Wohnungen, aber über maximal 1300 nicht hinaus. Keine Zustimmung findet die Nordumfahrungs-Variante bei den Grünen, die generell anmerken, dass Einrichtungen wie Schule, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten mehr berücksichtigt werden müssten, um unnötige Autofahrten zu vermeiden.

Die SPD wollte eine Beteiligung der Bürger noch einmal formal festgeschrieben wissen und stellte einen entsprechenden Antrag – einstimmig angenommen. Ende Mai oder Anfang Juni soll es eine Veranstaltung geben. Ziel ist, nach der Sommerpause einen Rahmenplan als Selbstbindung für die Bauleitplanung zu verabschieden.

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