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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. November 2017 | 03:28 Uhr

Wedel Nord: Das möchte die Jugend

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

BefragungBeirat präsentiert Meinungsbild

shz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Politiker, Vertreter der Verwaltung und etliche Jugendliche kamen im Ratssaal zusammen, um die Ergebnisse einer Umfrage des Jugendbeirats zur Gestaltung des Neubaugebiets Wedel Nord zu besprechen. Nicht alle Wünsche der jungen Leute stießen auf Gegenliebe, aber insgesamt erntete der Beirat viel Lob für seine Arbeit.

Beirats-Mitglied Vivian Müller hatte den Wunschkatalog nach Kategorien geordnet. „Und die schlimmsten Sachen haben wir gleich aussortiert“, fügte sie hinzu. Dann legte sie los: 23 Mal sei ein Park im Neubaugebiet gewünscht worden, vielleicht als kleiner botanischer Garten, spezifizierte ein Befragter. 14 Mal standen gut beleuchtete und geteerte Fahrradwege auf den Listen, außerdem Sportanlagen: ein Bolzplatz, ein Stoppelfeld für Reiter, dann auch eine Spielstraße, eine Oase für die Jugend, ein Springbrunnen, eine Fußgängerzone und insgesamt möglichst wenig Autoverkehr im Quartier.

Alle Befragten wünschten sich einen familienfreundlichen, modernen Stadtteil, umweltfreundlich und nett gestaltet, „besser und leiser als das jetzige Wedel“, wie es einer formuliert hatte. Freies WLAN solle es geben und genügend Mülleimer für Abfälle. Die Bauten sollten nicht zu groß werden, die Wohnungen nicht zu teuer und bestehende Bebauung sollte erhalten bleiben.

122 Mal wurde ein Kino im Quartier gewünscht. Fast-Food-Restaurants wie Starbucks, KFC und Jim Block erwiesen sich auch als beliebt, ebenso ein Schülercafé und eine Eisdiele, nicht zuletzt modische Klamottenläden. Befragt worden seien Schülerinnen und Schüler aller achten und neunten Klassen in Wedel, berichtete Müller. Die meisten haben ausgefüllte Fragebögen zurückgegeben.

Dann gab der Beiratsvorsitzende Joschka Dammann den Politikern das Wort. Vorbehaltlos begrüßten die Vertreter der Ratsfraktionen die Initiative und den Mitgestaltungswillen der Jugend, vielen Wünschen gegenüber blieben sie aber eher kritisch. Einzelhandel im zukünftigen Norden? Höchstens Nahversorger, stimmten FDP, CDU, SPD und Grüne überein. Alles andere sei schädliche Verzettelung. Stattdessen müsse die Bahnhofstraße noch attraktiver werden, vornehmlich mit mittelständischen, inhaber-geführten Läden, nicht aber mit unpersönlichen Ketten.


Thema von Schulen ignoriert?


Kino? Viele Anläufe seien bereits gescheitert, so der Einwand. Jugendcafé? Wenn dann nur an zentraler, für alle gut erreichbarer Stelle, nicht aber im Norden. Eine Anmerkung aus dem Jugendbeirat, dass viele Schüler von den Wedel-Nord-Plänen gar nichts wussten, als die Befragung begann, brachte schließlich Gisela Sinz-König auf Zinne. Die Fachbereichsleiterin Bauen und Umwelt war entsetzt, dass Wedeler Schulen im Unterricht lokale Themen offenbar ignorieren. „So ein Bauprojekt passt in den Mathe-Unterricht, in die Geografie, könnte künstlerisch kreativ behandelt werden“, zählte sie auf, nur übergehen dürften die Schulen das lokale Geschehen eigentlich nicht.


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