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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 03:08 Uhr

Wedel: Neue Chance für Bike & Ride

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Verwaltung arbeitet Konzept für Radboxen-Fortführung aus / Auch eine weitere oberirdische Stellplatz-Anlage ist eine Option

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Gute Nachricht für alle, die auf eine mögliche Verbesserung oder zumindest den Erhalt des Bike  &  Ride-Angebots am Wedeler Bahnhof hoffen: Die Vorlage zur Einstellung der Radboxen-Vermietung in der Tiefgarage ist im Bauausschuss gar nicht mehr zur Beratung gekommen. Stattdessen arbeitet die Verwaltung nun Konzepte aus, die der Umweltbeirat für eine Fortführung und Optimierung von Radabstellanlagen in dem Bereich vorgelegt hat. Bedeutet: Der Wille ist da, die Verzahnung von Radverkehr und ÖPNV weiter zu forcieren. Bleibt die Frage wie.

Möglichkeiten zeigte Umweltbeiratsmitglied Rainer Hagendorf auf, inklusive Pro-Contra-Betrachtung der Ist-Situation. Gut kommen die Radboxen an der Auweide weg – als sichere, schnell zu bedienende Variante. Dann gleich die Einschränkung: Es gibt viel zu wenige und sie sind zu weit vom Bahnhofseingang, wie die gesamte oberirdische Anlage neben dem Bahnsteig. Für die andere Variante, die Gitterboxen mit 118 Plätzen in der P  &  R-Garage, sieht Hagendorf aktuell im Prinzip nur Nachteile: schlechte Lage und Hygiene, daher geringe Auslastung, verschärft durch mangelnde Bekanntheit und möglicherweise auch durch die Gebührenerhebung Dazu schlechte Wirtschaftlichkeit wegen ungünstiger Größe, Einzelschließsystem und vergleichsweise hohem Verwaltungsaufwand.

Was tun? Werbung verbessern, schnelle Infos über die Verfügbarkeit gewährleisten und die Vermietung vergeben – der Bahnhofskiosk wäre laut Hagendorf bereit. Zudem schlägt der Beirat eine Anpassung der Gebühr an eine gängige Höhe – sechs Euro pro Monat – vor. Voraussetzung müsse mehr Hygiene in der Tiefgarage sein, so Hagendorf. Mindestens eine Saison sollte unter diesen Bedingungen getestet werden, um Nutzerverhalten und Wirtschaftlichkeit zu eruieren.

Sollte der Test misslingen, könnten mehrere Alternativen greifen: Eine wäre der Rückbau nicht benötigter Boxen in der Garage, um Fläche für Abstellbügel zu gewinnen und Bewirtschaftungskosten zu reduzieren. Eine zweite Variante wäre der komplette Rückbau in der Tiefgarage und ein Neubau von überdachten Abstellplätzen, gegebenenfalls mit Boxen nahe dem Bahnhofseingang. Hierfür schlägt der Beirat den Parkstreifen hinter den Bushäuschen vor. Den Bau einer echten Fahrradstation bezeichnete Hagendorf ob der hohen Investitionskosten selbst als „Premiumvariante“. Sie wurde ebensowenig weiter verfolgt wie die Installationen von Radboxen im hinteren Bahnsteigbereich. Das lehnt die Bahn ab.

Zu neuen Plätzen hinter den Bushäuschen sagte dagegen Bürgermeister Niels Schmidt: Bike  &  Ride habe zugenommen. Es sei sinnvoll, die Infrastruktur zu verbessern. Ob die Stellplätze hinter den Bushäuschen geopfert werden sollen, sei eine politische Entscheidung. „Ich glaube, dass das angenommen würde und ein gutes Signal wäre, diesen Weg zu gehen“, so Schmidt.

Er könne sich vorstellen, dass eine solche Anlage helfen werde, die Situation der wild abgestellten Räder auf dem Bahnhofsvorplatz zu verbessern, so Manfred Eichhorn (SPD): Das habe die Stadt seit Jahren vergeblich versucht. Stephan Schwartz (CDU) konstatierte, dass die Variante eins – Wiederbelebung des bestehenden Boxensystems – „nicht weit von der jetzigen Situation entfernt ist“. Als Grundlage für die Entscheidung müssten nun Kosten von Reinigung und Verwaltungsvergabe kalkuliert werden. Auch dies soll enthalten sein im Paket der Vorschläge, das die Stadt liefert.

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