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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 15:03 Uhr

Haushaltskrise : Wedel legt Zahlen auf den Tisch

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Steuererhöhungen, Gebührenanpassungen und neue Abgaben: Das kommt auf die Bürger der Rolandstadt 2014 zu.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Wenigstens der Galgenhumor ist Wedel geblieben: „Das Licht am Ende des Tunnels hat sich bedauerlicherweise als Beleuchtung des entgegen kommenden Zuges herausgestellt“, heißt es in den Erläuterungen zum Wedeler Haushaltsentwurf für 2014. Ein Krisenetat gemessen an den goldenen Gewerbesteuerzeiten noch vor wenigen Jahren.

Jener entgegen kommende Zug, er steht für die neuerlichen Gewerbesteuerausfälle im September, die den leichten Positivtrend wieder zunichte und am Ende das Riesenloch noch größer gemacht haben: 31,58 Millionen Euro fehlen Wedel zwischen Dezember 2011 und September 2013 – entspricht in etwa dem Gewerbesteueraufkommen eines gesamten Jahres. Und es geht mit einem Defizit von 22 Millionen Euro für die Rolandstadt einher. Das lässt sich natürlich nicht mal so einfach wegrechnen und bleibt nicht ohne Folgen: Steuererhöhungen, Gebührenanpassungen und neue Abgaben – 2014 kommt einiges auf die Wedeler zu, damit der Haushalt ausgeglichen werden kann.

In der Planung gelingt das der Verwaltung tatsächlich, wie aus dem 440 Seiten starken Entwurf hervorgeht. 68,8 Millionen Euro stehen im Ergebnisplan bei einem Jahresüberschuss von 48 500 Euro. Um das zu schaffen, sollen die Hebesätze raufgeschraubt werden: Von 360 auf 380 Prozent bei den Gewerbesteuern, was 1,1 Millionen Euro Mehreinnahmen bringen soll, und von jeweils 350 auf ebenfalls 380 Prozent bei den Grundsteuern A und B mit erwartetem Plus von 405 000 Euro. Insgesamt liegen die erwarteten Grundsteuer-Einnahmen bei 5,54 Millionen Euro. An Gewerbesteuern sind 27,81 Millionen Euro vorausgesagt. Zum Vergleich: Im Spitzenjahr 2010 sind fast 36 Millionen Euro aus den Wedeler Betrieben gekommen.

Wie prognostiziert bleibt trotz aller Sparbemühungen ein strukturelles Defizit im Haushalt. Höhe: 1,55 Millionen Euro. Um es auszugleichen, geht Wedel erneut an die Substanz und plant mit Grundstücksverkäufen. Nach jahrelangem Gezerre sollen 2014 nun sowohl das Areal am Kirchstieg und die alte Bücherei veräußert werden. Zudem geht die Kämmerei von dem Verkauf mindestens eines weiteren Grundstücks aus, das indes nicht näher benannt ist.

Stichwort Investitionen: Die bewegen sich 2014 nach Planung in der Größenordnung um 17 Millionen Euro. Um dies leisten zu können, kalkuliert die Verwaltung eine Kreditaufnahme in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro. Und Wedels Schuldenstand klettert 2014 nun über die 50-Millionen-Euro-Grenze: 50,54 Millionen Euro ist in der Rubrik „Verschuldung zu Beginn des Haushaltsjahrs eingetragen. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor war die Rolandstadt noch mit 18,27 Millionen Euro in den Miesen.

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