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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2017 | 07:20 Uhr

Steuerloch : Wedel fehlen Millionen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Erneut muss die Stadt hohe Gewerbesteuerausfälle verkraften.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 12:15 Uhr

Wedel | Wedel kommt aus dem Steuer-Schock nicht heraus. Nach Tageblatt-Informationen kündigte Bürgermeister Niels Schmidt vorgestern den Fraktionen neuerliche erhebliche Gewerbesteuereinbrüche an. „In der Gesamtsumme bewegt sich der Betrag in einstelliger Millionenhöhe“, konkretisiert der Verwaltungschef auf Nachfrage dieser Zeitung. Das ist ein deutliches Loch, das sich wieder einmal in Wedels Kasse auftut. Soweit die schlechte Nachricht. Eine gute hat Schmidt allerdings auch parat: Das betroffene Unternehmen sei grundsätzlich gesund und sogar sehr erfolgreich.

Trotzdem: Die Stadt muss für 2013 und 2014 Steuern zurückzahlen. Der Festsetzungsbescheid des Finanzamts weise einen deutlich niedrigeren Betrag als die Vorausannahme aus, gibt der Bürgermeister zu. Das bedeutet: „Den Haushalt 2014 müssen wir aller Voraussicht nach defizitär mit einem Minus von 2,9 Millionen Euro abschließen,“ so Schmidt.

Auch im Haushaltsentwurf für 2015 macht sich der neuerliche Gewerbesteuereinbruch bemerkbar. Der Verwaltungschef kalkuliert ab 2015 mit „in etwa 2,5 Millionen Euro weniger pro Jahr“. Doch damit rutsche der Plan nicht ins Minus, versichert er. Die Verwaltung rechne immer noch mit einem sechsstelligen Jahresüberschuss.

Neue Steuerausfälle in Millionenhöhe: Schon im Mai hatte das Unternehmen die Stadt darüber unterrichtet, dass leichte Ertragsrückgänge zu befürchten seien, berichtet der Bürgermeister. Dass es allerdings in dieser Dimension komme, habe er nicht erwartet. Denn, so Schmidt: „Der große Steuerzahler hat kein Dauerproblem.“ Wahrscheinlich machten sich Investitionen bemerkbar.

Der neuerliche Einbruch komme zur Unzeit. „Wir haben gerade Licht am Ende des Tunnels gesehen“, erklärt Schmidt. Dennoch sei es keine absolute Katastrophe: „Der Tunnel ist länger geworden. Das Licht ist immer noch zu sehen.“ Die Situation könne sich jederzeit auch bessern, sagt er optimistisch. Dennoch fordert der Bürgermeister: Die Sparbemühungen müssten jetzt konsequent fortgesetzt werden. Die Verwaltung habe die neuen Zahlen bereits in den Haushaltsentwurf eingearbeitet. Nächste Woche würden die Papiere verteilt.

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