zur Navigation springen

Erinnerungen einer Stadt : Wedel bekommt Kultur- und Gedenktage

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vom 6. bis zum 9. November veranstaltet Wedel zum ersten Mal die Kultur- und Gedenktage.

Wedel | Vor 100 Jahren brach der Erste Weltkrieg aus, vor 150 der Preußisch-Dänische Krieg, vor 25 Jahren fiel die Mauer. Es wird viel erinnert in diesen Tagen in Deutschland, viel gefeiert und viel mahnend angedacht. Sieben Wedeler Kulturinstitutionen wollen sich mit Elan in diesen Strudel der Gedenktage stürzen – und gleichzeitig reflektieren, innehalten, immer wieder die Frage stellen: „Was ist es wert, erinnert zu werden?“. Die Ergebnisse dieses ebenso ambivalenten wie ambitionierten Strebens werden den Bürgern der Rolandstadt bei den Wedeler Kultur- und Gedenktagen vom 6. bis 9. November vorgestellt. Beteiligt sind Stadtmuseum, Stadtarchiv, Stadtbücherei, die Initiative Kino in Wedel (Kiwi), die Evangelischen Kirchengemeinden, die Geschichtswerkstatt sowie die Volkshochschule.

Den Auftakt macht Stadtarchivarin Anke Rannegger am Donnerstag, 6. November. In der VHS Wedel, ABC–Straße 3, referiert sie ab 19 Uhr über den Ersten Weltkrieg in der Rolandstadt. Anschließend folgt eine Podiumsdiskussion des Historikers Michael Gripp mit Ulrich Hentschel von der Nordkirche. Das Thema: Erinnerungskultur.

Am Freitag, 7. November, hält der Historiker Thies Bitterling in der Stadtbücherei, Rosengarten 6, einen Vortrag über „Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf eine Wedeler Familie“. Bitterling spricht zwei Mal, um 9 und
11 Uhr. Das Angebot richtet sich an alle neunten Klassen der Stadt. Im Anschluss sind Workshops und Diskussionen geplant. Der Tag wird mit einer Vorführung von „Good Bye Lenin“ in der Stadtbücherei abgeschlossen.

Der Sonnabend steht im Zeichen des Filmfestivals „Film in der DDR“, organisiert von der Initiative Kiwi. Veranstalter Peter Jochimsem erklärt: „In der DDR wurden hochwertige Filme produziert. Zunächst sehr liberal, dann zunehmend systemtreuer. Kurz vor dem Zusammenbruch erhielten die Regisseure wieder mehr Freiheiten.“ Diese Entwicklung wollen Jochimsen und sein Team mit fünf Vorführungen in der VHS nachvollziehen

Vergessene Gedenkorte neu entdecken

Die Veranstaltungen am Sonntag, 9. November, beginnen um 11.15 Uhr nach dem Gottesdienst in der Küsterstraße 4. Pastorin Susanne Huchzermeier-Bock und Thies Bitterling laden zu einem Rundgang zu Wedels vergessenen Gedenkorten ein. Anschließend hält Irmgard Jasker im Gartenhaus des Stadtmuseum Wedel, Küsterstraße 5, einen Vortrag über die Friedensbewegung in der Rolandstadt. Beginn ist um 14 Uhr. Sabine Weiss und Oliver Wieklinksi bieten eine Führung durch den Strahlenschutzbunker des Hilfskrankenhauses an. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Rist-Gymnasium.

Zum Abschluss steht ab 19 Uhr eine Gedenkfeier in der Immanuelkirche an. „Der Abend ist in eine traurige und eine fröhliche Hälfte geteilt“, erzählt VHS-Dozent Arno Schöppe. Dem Gedenken an Krieg und den Terror des Nationalsozialismus steht die freudigen Erinnerungen an den friedlichen Fall der DDR gegenüber. Schöppe: „Der Abend klingt daher mit fetziger Musik aus.“

Das Programm auf einen Blick

Donnerstag, 6. November: 19 Uhr: Vortrag: „Erster Weltkrieg in Wedel“ von Anke Rannegger mit anschließender Diskussion. Ort: VHS Wedel, ABC-Straße 3.

Freitag, 7. November: 9 und 11 Uhr: Vortrag: „Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf eine Wedeler Familie, von Thies Bitterling, mit anschließendem Workshop; 19 Uhr: Filmvorführung „Good Bye Lenin“, Ort: Stadtbücherei, Rosengarten 6.

Sonnabend, 8. November: Festival „Film in der DDR“: 10 Uhr: „Berlin – Ecke Schönhauser“; 12 Uhr: „Architekten“; 15 Uhr: „Fünf Patronenhülsen“; 17 Uhr: „Die Mörder sind unter uns“; 19.30 Uhr: „Spur der Steine“. Begleitende Ausstellung zum Thema Filmzensur in der DDR, Ort: VHS, ABC-Straße 6.

Sonntag, 9. November: 11.15 Uhr: Stadtrundgang zu vergessenen Gedenkorten mit Thies Bitterling und Susanne Huchzermeier-Bock, Ort: Küsterstraße 4; 14 Uhr: Vortrag von Irmgard Jasker über die Wedeler Friedensbewegung; 15 Uhr: Führung durch den Bunker des Hilfskrankenhauses, Ort: Rist–Gymnasium; 19 Uhr: Abschließende Gedenkfeier in der Immanuelkirche.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 31.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen