Traditionsschiffsanleger im neuen Hafen : Wedel baut für die Oldtimer der Meere

Der Traditionssegler Ewer „Gloria“ könnte schon 2016 im Schulauer Hafen festmachen.
Der Traditionssegler Ewer „Gloria“ könnte schon 2016 im Schulauer Hafen festmachen.

Einstimmig beschlossen die Fraktionen die Freigabe von Mitteln für die Planung eines Anlegers, an dem die Oldtimer der Meere – ob unter Dampf oder unter Segel – festmachen und Passagiere aufnehmen können.

shz.de von
09. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | In seiner Heimat Elmshorn ist er das Schmuckstück des Hafens: der Segler Ewer „Gloria“, 1898 gebaut auf der Kremer-Werft. Ein Traditionsschiff mit Magnetwirkung, von der ab 2016 auch die neue Attraktion der Rolandstadt profitieren könnte. Wie Wedels Bauamtschef Klaus Lieberknecht am Dienstagabend im Planungsausschuss mitteilte, haben die Skipper des schwimmenden Einmasters Interesse, den Schulauer Hafen als Liegeplatz und Startpunkt für Ausflugstörns zu nutzen. Traditionsschiffe in der Perle der Maritimen Meile – eine Vision der Stadtplaner nimmt konkrete Formen an.

Und die Politik hat die Voraussetzung dafür geschaffen. Einstimmig beschlossen die Fraktionen die Freigabe von Mitteln für die Planung eines Anlegers, an dem die Oldtimer der Meere – ob unter Dampf oder unter Segel – festmachen und Passagiere aufnehmen können. 44.000 Euro werden für die Planungsleistungen zur Verfügung gestellt, rund 200.000 Euro sind für den eigentliche Ponton veranschlagt. Geld, das aus dem geplanten Budget für den Hafenumbau kommt, wie Ausschusschef Michael Schernikau (CDU) betonte. Und Wedel hat Aussicht auf Fördermittel für diese Maßnahme. Entsprechende Gespräche seien positiv gelaufen, so Lieberknecht.

Laut dem Bauamtschef soll der Anleger im vorderen Drittel der Ostpromenade so weit hinter der Quermole gebaut werden, dass die Schiffseinfahrt sicher nicht behindert wird. Ziel sei es, die ehemalige Zugangstreppe für die Lühe-Schulau-Fähre zu nutzen, die im Zuge der Hafenumgestaltung nicht zurückgebaut wurde.

Betreiber muss gefunden werden

Was den Betrieb des Anlegers angeht, hat die Stadt bereits Gespräche mit Interessenten aufgenommen, die sich um den gesamten Hafenbetrieb bewerben. Nachdem Wedel per Ausschreibung lange vergeblich nach einem Hafenbetreiber gesucht hatte, laufen nun laut Lieberknecht konkrete Verhandlungen. Grundsätzlich sei dort auch die Bereitschaft da, sich um die Traditionsschiffe zu kümmern.

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte Ulrich Grobe, Geschäftsführer des Eigentümer-Vereins der Ewer „Gloria“, die Wedel-Pläne. „Wir suchen immer interessante Ziele für öffentliche Fahrten“, so Grobe. Der Plan sei, wochenweise in Wedel festzumachen und von dort Törns Richtung Hamburg oder Elbmündung anzubieten – wenn möglich schon mit dem neuen Fahrplan für 2016. Laut Lieberknecht ist das realistisch.

Was den Becken-Umbau insgesamt betrifft, liegt Wedel weiter im Zeitplan. Bis Ende September sollen die Bauarbeiten durch sein, Mitte Oktober soll offiziell Einweihung gefeiert werden. Zudem gibt es grünes Licht der Landesplanung für die abgespeckte Ostpromenaden-Gestaltung, die ebenfalls mit Stadtebaufördermitteln realisiert werden soll. Wedel kann laut Lieberknecht damit die Planungsleistung vergeben.

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