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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Oktober 2017 | 14:51 Uhr

Haselau : Wechsel an der Spitze der CDU

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Haselaus CDU-Chef Rolf Herrmann übergibt das Staffelholz an Peter Bröker. Mindestlohn im Fokus.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2015 | 14:15 Uhr

Haselau | Wechsel an der Spitze der CDU Haselau: Nach vierjähriger Amtszeit hat Vorsitzender Rolf Herrmann während der Hauptversammlung im Haselauer Landhaus das Staffelholz an Peter Bröker (61) weitergegeben. „Ich bin jetzt über 70 – wir wollen Verjüngung“, begründete Herrmann, der auch Bürgermeister und Amtsvorsteher ist, seinen Rückzug. Seine Frau und Stellvertreterin Juliane trat ebenfalls nicht mehr zur Wahl an.

Während im Haselauer Ortsverband offenbar alles ruhig und zur Zufriedenheit der Mitglieder läuft, hagelte es Kritik an der Regierungspolitik und am Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordenten Ole Schröder, der seit 2009 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesinnenminister ist. Zum politischen Rundumschlag holte Fraktionschef Wilfried Plüschau aus. „Die Politik hört nicht mehr zu“, beklagte er im Beisein der langjährigen Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier aus Hetlingen. Die Menschen seien unzufrieden, das bringe sie dazu, sich Pegida anzuschließen. „Ole Schröder sollte herkommen und mit uns diskutieren“, forderte der Obstbauer, der auch Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau im Landesbauernverband ist. Über den Mail-Informationsdienst Schröders schimpfte er: „Den Bericht aus Berlin kann er sich sparen.“ Herrmann betonte, dass Schröders SPD-Bundestagskollege Ernst Dieter Rossmann hingegen auf fast allen Veranstaltungen sei. Aber er habe auch keine weiteren Funktionen, sei nur Sprecher der SPD-Landesgruppe.

Landtagsabgeordnete Ostmeier griff den Ball auf. „Ole– das ist ein Thema für sich“, räumte sie ein. Sie bot ihren Parteifreunden an, mit den Haselauern ins Gespräch zu kommen. „Ich will über Politik sprechen“, sagte sie. Ihr Deal: Bei den nächsten Veranstaltungen, wie das Weinfest am Sonntag, 23. August, auf dem Obsthof Plüschau oder dem Weihnachtsmarkt am zweiten Advent.

Für Unmut sorgt auch der neue Mindestlohn. Der müsse, so Obstbauer Plüschau, an alle Mitarbeiter gezahlt werden. Das führe dazu, dass eine ausländische Zeitarbeiterin deutlich mehr verdiene, als eine einheimische Kraft. Die bekomme nach Abzügen und Steuern 1,80 Euro weniger ausgezahlt, als die beispielsweise rumänische Erdbeerpflückerin. Plüschau: „Dieses Bürgerferne muss man sich mal vorstellen.“ Über Bürokratiehürden klagte auch Vize-Chefin Ulrike Wulff. Die Wirtin des Jägerkrugs Hohenhorst berichtete vom Kartoffelkauf. Der Händler wollte kein Bargeld mehr annehmen, sondern eine Überweisung – wegen des Finanzamts. „Wir sind doch nur ein kleines Licht“, sagte sie kopfschüttelnd.

Bei den Wahlen gab es nur einstimmige Ergebnisse. Neben dem neuen Vorsitzenden Bröker gehören dem Vorstand weiterhin als Stellvertreter Wulff und Marten Plüschau sowie als Schriftführerin Zita Pasewald an.

Die Ehrung langjähriger Mitglieder wurde extra vor die Neuwahlen gelegt, damit der scheidende CDU-Vorsitzende Rolf Herrmann seine Weggefährten auszeichnen konnte. In Abwesenheit geehrt wurden Jan Behrens (45 Jahre Mitgliedschaft), Rudolf Erlemann (40 Jahre) und Johann Früchtenicht (30 Jahre). Einen Restaurant-Gutschein für drei Jahrzehnte Treue bekam Henry Kähler überreicht und Otto Lienau für die 41-jährige Mitgliedschaft in der Partei einen Brief von Generalsekretär Peter Tauber.
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