Spardiktat in Wedel : Was wird aus der Volkshochschule?

Volkshochschule und Musikschule teilen sich ein Gebäude in der ABC-Straße. Geht es nach der Wedeler CDU, könnten die Stadt die Einrichtungen auslagern und die Immobilie verkaufen.
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Volkshochschule und Musikschule teilen sich ein Gebäude in der ABC-Straße. Geht es nach der Wedeler CDU, könnten die Stadt die Einrichtungen auslagern und die Immobilie verkaufen.

Ausgaben für Volkshochschule und Musikschule sollen gesenkt werden. Die Politik bereitet Prüfauftrag für die Verwaltung vor.

shz.de von
22. Januar 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Während sich Volkshochschule (VHS) und Musikschule auf einen gemeinsamen Empfang zum Semesterstart vorbereiten, wird in der Politik weiter über die Zukunft der Einrichtungen diskutiert. Im Dezember forderte die CDU, die Verwaltung solle prüfen, ob die Institutionen nicht aus ihrem Sitz in der ABC-Straße ausgelagert werden könnten. Dieser Haushaltsbegleitbeschluss wurde abgelehnt. Für die Christdemokraten ist die Sache damit aber noch nicht vom Tisch.

Abschreibungen, Zinsen, Gebäudebewirtschaftung – die Gebäude der Stadt kosten „wahnsinnig viel Geld“, betont CDU-Fraktionschef Michael Kissig im Gespräch mit dieser Zeitung. Angesichts der Haushaltslage sei es naheliegend, in diesem Bereich zu sparen. „Wir haben nicht mehr viele Stellschrauben“, so der Christdemokrat. Die Überlegung seiner Fraktion: Musikschule und VHS könnten dezentral in der Stadt tätig werden, dass damit freigewordene Gebäude in der ABC-Straße verkauft werden. Alternativ könnten andere Einrichtungen wie Schulen oder soziale Träger dort einziehen, um anderswo Platz zu sparen.

Kissig betont: „Wir wollen diese Institutionen nicht schließen.“ Der CDU-Fraktionschef gibt aber zu bedenken, dass beide Einrichtungen ihr Angebot erst ausgebaut hätten, nachdem sie den aktuellen Standort vor 15 Jahren bezogen hätten. „Das waren aber Zeiten, in denen Wedel im Geld geschwommen ist.“ Nun müsse man sich fragen, ob die Auswahl an Kursen und Veranstaltungen nicht wieder reduziert werden könne. Kissig: „Wir haben nun mal ein Finanzproblem, da muss man sich die großen Brocken vornehmen.“ Das Programm der beiden Bildungseinrichtungen müsste auf mögliche Dopplungen, auch mit Schulen, Vereinen und privaten Anbietern in der Rolandstadt überprüft werden. So könne möglicherweise auch Geld gespart werden, auch wenn der Standort in der ABC-Straße erhalten bleibe.

Von der Verwaltung wünscht sich der Politiker nun eine kompetente Abwägung der Situation. „Das können wir als Ehrenamtler nicht leisten.“ Die Verwaltung brachte das Thema im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport am 14. Januar erneut zur Sprache. Die Politiker einigten sich in dieser Sitzung darauf, eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe zu bilden. Darin soll ein neuer Prüfauftrag formuliert werden.

Ralf Waßmann, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, betont, dass man sich auch im Rathaus im Rahmen der Haushaltskonsolidierung mit Einsparpotenzialen bei VHS und Musikschule befasst habe. Wenn der Prüfauftrag der Politik bald vorliege, könne man möglicherweise schon im März erste Konzepte vorstellen. Auch externe Gutachter, wie die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), könnten mit ins Boot geholt werden.

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