zur Navigation springen

Wedel : Was macht Ex-Nationalkeeper Jens Lehmann in einem Bauzentrum bei Lüchau?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ein Wedeler Baustoffe-Fachmarkt dient als Kulisse für einen Werbespot mit Jens Lehmann. Der Film wird zukünftig bundesweit zu sehen sein.

Wedel | Kunden des Bauzentrums Lüchau schauten in den vergangenen beiden Tagen beim Gang durch den Markt bei einem Besucher länger hin. Ex-Nationaltorwart und RTL-Fußballkommentator Jens Lehmann tummelte sich zwischen Bad-Armaturen und Farbdosen-Regalen.

Im vergangenem Jahr wurde er von der Werbe- und Vertriebsgemeinschaft „i&M Bauzentrum“, der größten Baustoff-Fachhandelskooperation Europas, ausgewählt: Er soll das Gesicht der 200 Filialen in Deutschland werden, zu denen auch das Bauzentrum Lüchau gehört. „Er passt als Typ und als Sportler perfekt in unser Konzept“, sagte Andreas Friederichs, Bereichsleiter Marketing der Kooperation. Er verfolgte die Dreharbeiten des zehnköpfigen Teams für den zwei bis drei Minuten langen Imagefilm direkt vor Ort. Die Story: Die Mitarbeiter des Bauzentrums, von denen zehn im Film zusehen sein sollen, kicken sich einen Ball von Abteilung zu Abteilung zu und erläutern Lehmann die Stärken von „i&m“.

„Wir haben dabei einige Talente entdeckt“, scherzte Andreas Markmann, Marketingleiter von Lüchau Baustoffe. Zwei Mal habe der Kameramann bei Treffern gelitten. Eine Lampe ging zu Bruch. Doch das war Geschäftsführer Jochen Lüchau egal: „Für uns ist es eine Auszeichnung, dass die Kollegen unseren Markt ausgewählt haben.“ Neben der bundesweiten Variante des Werbespots, in der alle Hinweise auf Lüchau verschwinden und nur „i&m“ zu sehen sein wird, gibt es eine eigene Version des Imagefilms. Warum in Wedel gedreht wurde? „Wedel ist nicht nur unser Leuchtturm im Norden, sondern auch der Referenzstandort“, erläuterte Friederichs.

„Jens Lehmann ist ein toller Mensch, wir haben uns super unterhalten“, plauderte Lüchau aus dem Nähkästchen. Am Montag hatte er den Ex-Keeper zum Essen ins Elbe1 eingeladen. Überraschte Blicke habe es kaum gegeben. „Nur die Bedienung hat am Ende nach einem Selfie gefragt und auch eins bekommen“, sagte Markmann.

Hauke Lüchau (l.) und Jochen Lüchau (r.) freuten sich über den Besuch von Jens Lehmann.  (Foto: Fröhlig)
Hauke Lüchau (l.) und Jochen Lüchau (r.) freuten sich über den Besuch von Jens Lehmann. (Foto: Fröhlig)
 

Beim gestrigen Handwerkerfrühstück schrieb Lehmann für die geladenen Kunden Autogramme. Angesprochen auf sein Tor 1997 – das erste Tor eines Torwarts in der Fußball Bundesliga – sagte er stolz: „Und das ausgerechnet im Derby.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Wir haben den Eckball bekommen, aber eigentlich war es keiner.“ Mitleid hatte er mit einem Besucher, der von seiner Reise nach München berichtete, wo der Hamburger SV dem FC Bayern München vorletztes Wochenende 0:8 unterlag. Lehmann erinnerte sich als selbst an ein Debakel in München. 1988 sei er als A-Jugendlicher mitgefahren. Schalke ging mit 1:8 unter. „Auf der gesamten Rückfahrt herrschte Stille im Bus“, erinnerte sich der Ex-Torwart und ergänzte: „Heute holen die Spieler ihre Handys raus und schießen Selfies mit Robben.“

Jens Lehmann wurde 1969 in Essen geboren und begann seine Karriere in der 2. Bundesliga beim FC Schalke 04, mit dem er 1991 in die Bundesliga aufstieg. Der größte Erfolg war der Gewinn des UEFA-Pokals 1997. Am 20 Bundesligaspieltag am 19. Dezember 1997 schrieb er Geschichte als er als erster Torwart der Bundesliga ein Tor erzielte - ausgerechnet im Derby gegen den Reviernachbarn Borussia Dortmund. Ein Jahr später wechselte er zum AC Mailand, wo er aber nur fünf Spiele bestritt. Er kehrte nach Deutschland zurück und bestritt von 1999 bis 2003 147 Spiele für Borussia Dortmund. Es folgten Stationen beim FC Arsenal und dem VfB Stuttgart. Beim Sommermärchen 2006 war Lehmann Stammtorwart der Deutschen Nationalmannschaft. Neben dem dritten Platz blieb ein Zettel in Erinnerung, den er vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien aus seinem Stutzen gezogen hatte. Lehmann erhielt in der Bundesliga 36 Gelbe Karten und erhielt fünf Platzverweise: Rekord für einen Torwart in der Bundesliga. Aktuell ist er als Kommentator bei RTL aktiv.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 26.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen