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Diskussion in Wedel : „Warum hauen die Studenten ab?“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schüler der Wedeler Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule diskutieren mit Landespolitikern über Bildung und andere Themen

von
erstellt am 03.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Diese Gelegenheit werden die Schüler der Wedeler Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule so schnell nicht wieder bekommen: Fünf Landespolitiker stellten sich gestern den Fragen des zehnten Jahrgangs. Dabei ging es hauptsächlich rund um das Thema Bildung – allerdings wurden auch aktuelle Debatten wie etwa zum Flüchtlingsproblem und zur Homo-Ehe angesprochen.

Zu Gast waren: Daniel Günther (CDU), Abgeordneter aus dem Wahlkreis Eckernförde; Kai Vogel (SPD), Abgeordneter aus dem Wahlkreis Pinneberg; Michael Rahn (Grüne), Mitarbeiter der Abgeordneten Ines Strehlau; Anita Klahn (FDP), Abgeordnete aus dem Wahlkreis Stormarn, sowie Hans vom Schloß (Piratenpartei) aus Uetersen.

Die erste Schülerin, die sich meldete, wollte wissen, warum die Gäste auf dem Podium in die Politik gegangen sind. „Wir begreifen uns als Politiker aus Notwehr, wir machen es aus innerem Antrieb, als Hobby“, sagte der Uetersener Pirat, der als Beisitzer im Landesvorstand tätig ist. Der SPD-Politiker Vogel sprach vom Antrieb, etwas zu verändern: „Bei mir ging es damals darum, ein Schwimmbad in meiner Stadt zu errichten – da bin ich dann als kleiner Junge bei den Protesten mitgelaufen und habe gemerkt, dass man etwas bewegen kann“, sagte der Pinneberger SPD-Abgeordnete.

Ein Großteil der gut 90-minütigen Veranstaltung nahm die Diskussion um Bildungsthemen ein: So wollten die Schüler beispielsweise wissen, warum es das System der Inklusion von Menschen mit Behinderung gebe. Eine Jugendliche berichtete von negativen Erfahrungen und Ausgrenzungen, die sie gegenüber einem Behinderten erlebt habe. „Ich sehe das ähnlich kritisch, es hilft den betroffenen Kindern nicht“, sagte der CDU-Politiker Günther. Solange es die finanziellen Ressourcen für die Schulen nicht gebe, ziehe er das System der Förderzentren vor. Michael Rahn präferiert einen Mittelweg: Schulen mit entsprechendem Personal sollten zu sogenannten Kompetenzzentren mit kleineren Klassen werden. Für FDP-Politikerin Klahn gebe es dabei „kein schwarz oder weiß“: Es komme auf die Art der Behinderung an. Die Schulen könnten die Menschen mit körperlicher Behinderung gezielt unterstützen – etwa durch die Anschaffung der nötigen Gerätschaften. „Geistig Behinderte brauchen eine besondere Zuwendung, das ist für normale Lehrkräfte nicht möglich“, sagte die FDP-Landtagsabgeordnete.

Großes Interesse zeigten die Zehntklässler auch für die Hochschulen im Land: „Warum verlassen so viele Studenten Schleswig-Holstein, nachdem sie hier einen Abschluss gemacht haben?“ Für die FDP-Politikerin eine klare Sache: „Das liegt sicherlich daran, dass sie nur in einem anderen Bundesland einen Arbeitsplatz bekommen.“ Der SPD-Politiker Vogel merkte an, dass viele Studenten auch in anderen Bundesländern Abschlüsse machen und nach Schleswig-Holstein zurückkommen.

Zum Ende der Veranstaltung standen auch zwei aktuelle Debatten an: Beim Thema Homo-Ehe wurde der CDU-Politiker Günther direkt angesprochen. Er sollte Stellung zu dem Thema beziehen: „Ich habe keine Probleme mit der Homo-Ehe. In Schleswig-Holstein ist sie bereits gelebte Normalität – ob man das aber Ehe nennen sollte, daran habe ich meine Zweifel“, so Günther.

Auch das Flüchtlingsproblem wurde von den Jugendlichen angesprochen. „Wir helfen den Menschen nicht unbedingt, wenn wir sie herholen“, sagte Günther. Vogel kritisierte indirekt seine Kollegen in Hamburg. Er finde die Situation der Flüchtlinge dort „unsäglich“. Der Vertreter der Piratenparte bezeichnete die 300 toten Flüchtlinge vom Oktober dieses Jahres als „die Spitze des Eisbergs“.

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