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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. August 2017 | 05:46 Uhr

Wedel : Vorsicht, Abzocker am Werk

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Trickbetrüger versuchen, mit einem Messgerät der Stadt Wedel die eigene Kasse aufzubessern.

„Stadt Wedel“, so prangt es groß auf dem Geschwindigkeits-Messgerät. Drunter die Werbung verschiedener ortsansässiger Unternehmen, die diese Form der Prävention im Straßenverkehr unterstützen. Ein Gerät, das an wechselnden Standorten seit 2010 gute Dienste leistet, wie es aus Wedels Verkehrsaufsicht heißt. Dienste ganz anderer Art sollte es jetzt Abzockern leisten, die versucht haben, einem Werbekunden auf dem Schild einen windigen Vertrag unterzujubeln – und glücklicherweise gescheitert sind.

Vergangener Freitag: Das Telefon läutet bei „Trucker-Treff“-Wirt Armin Zeier. „Ihre Werbung auf dem Geschwindigkeits-Schild endet demnächst. Das müssten Sie uns schriftlich bestätigen“, sagt eine Stimme am Telefon. Tatsächlich läuft Ende Mai die monatliche Zahlung aus – aber warum muss ich das nochmal bestätigen, denkt Zeier noch. Ob er ein Faxgerät hätte, fragt der Anrufer. Hat er nicht. „Dann schicke ich eine Mail. Ihre Daten habe ich ja.“ Nach einer Stunde die Nachricht auf dem Smartphone: „Mail erhalten“. Zeier liest sie nicht – Arbeitsstress. 30 Minuten später: Wieder ein Anruf, wieder die Stimme – „diesmal schon massiver“, sagt Zeier. Er müsse ein Formular ausdrucken und zügig zurückschicken. „Mache ich übers Wochenende“, gibt Zeier zurück und übergibt bald darauf an seine Mitarbeiterin.

2000 Euro pro Jahr für einen Internet-Eintrag

Auch sie erhält Anrufe, jetzt bereits frech – und informiert ihren Chef. Der schaut sich daraufhin die Mail einmal genauer an – besonders das Kleingedruckte. Gut so. Denn daraus geht irgendwo hervor: Mit Zeiers Werbung auf dem Schild und seinen Vereinbarungen dafür hat dieses Formular rein gar nichts zu tun. Tatsächlich ist es ein gänzlich anderer Vertrag über einen Internet-Eintrag, der den Imbiss-Wirt schlappe 1000 Euro pro Halbjahr gekostet hätte.

Zeier geht zur Polizei. „Moralisch verwerflich, aber kein Straftatbestand“, heißt es dort – also keine Anzeige. Zumindest aber informiert der Geschäftsmann pms-Werbung über die krummen Machenschaften. Die Agentur, die mit Empfehlungsschreiben der Stadt für das Messgerät gesorgt hat und mit der er ordnungsgemäß seinen Werbevertrag abgeschlossen hat. Und er informiert den Anrufer, der Montag prompt weiterdrängelt: „Das Schreiben liegt bei meinem Anwalt“, sagt Zeier – und hat seither nichts mehr von der dubiosen anderen Agentur gehört.

Masche ist der Verwaltung bisher unbekannt

Abzocker, die den guten Namen der Stadt als Zugpferd nehmen – weiß die Verwaltung davon? „Diese Masche mit unserem Verkehrsschild ist neu“, sagt Stadtsprecherin Martina Weisser. „Allerdings kennen wir so etwas seit Jahren mit Bürgerinformationsbroschüren.“ Zwar sei ihr kein weitere Betrugsversuch an den Messgerät-Werbekunden bekannt. Weissers dringender Rat jedoch: „Bevor jemand etwas unterschreibt, bitte bei der Stadt rückversichern.“ Generell hätten alle Agenturen, die für Wedel Werbeverträge abschließen, Empfehlungsschreiben aus dem Rathaus. Zurzeit gebe es jedoch keine Akquise, sagt Weisser. Ihre Nummer lautet (0 41 03) 70 72 07.

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erstellt am 23.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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