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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 22:39 Uhr

Heist : Von Seniorenkrippen und Bio-Bauern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Premiere: Die Hagebuttenbühne präsentiert ihr Wahlkabarett „Immer wieder sonntags“ in der Grundschule.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Wenn Bio-Bauer Fesefeld von einem Reporter zu seiner Viehhaltung befragt wird, ist er um kluge Antworten nicht verlegen. „Je mehr Fleischmasse pro Quadratmeter, desto höher ist der Ertrag“, weiß der Landwirt. Selbst aber kauft er sein Schweinefleisch lieber in der Stadt im Bio-Laden. Und ein Chor singt passend dazu: „Im März dankt der Bauer der Tiermedizin. Die Milch wird nicht sauer dank Penicillin.“ Diese und andere Seitenhiebe verteilte die Uetersener Hagebuttenbühne am Wochenende in der Aula der Grundschule Heist.

„Immer wieder sonntags“ lautet der Titel des Kabarett-Programms, das die Schauspielertruppe traditionell zur Bundestagswahl vorbereitet hatte. Knapp 80 Besucher waren zur Premiere gekommen. Sie saßen gemütlich an kleinen Tischen bei Salzgebäck sowie Getränken und amüsierten sich meist köstlich.

Da warben die Mitglieder der Deutschen Eliten- und Proleten-Partei, kurz „D.E.P.P.“ genannt, mit dem Slogan „Der Bundestag braucht mehr Deppen“. Frau Sorgenfrei, Mitarbeiterin der Bundesagentur für Arbeit, gab Angela Merkel und Peer Steinbrück am 23. September Beratungstermine. Philipp Rösler, der ebenfalls um ein Gespräch bat, wurde abgewiesen: „Sie sind nach der Wahl leider nicht mehr zu vermitteln.“

Spielplätze mit Namen „Rentner-Rasselbande“ soll es bald ebenso geben wie neue Seniorenkrippen, erlauschten die Zuhörer beim „Stadtgeflüster“. Die Interpretation des Rolling-Stones-Hits „Angie“ war einer der Höhepunkte des Programms. Das Lied wurde auf Englisch gesungen und der Text direkt ins Deutsche übersetzt. „Angie, wann werden diese Wolken verschwinden, wo wird uns das hinführen?“ und „Angie, du bist wunderschön, aber wird es nicht Zeit, Abschied zu nehmen?“ Ob die Mimen dabei an Angela Merkel gedacht haben, sagten sie nicht. Die Zuhörer jedenfalls waren begeistert.

Um die Bundeskanzlerin und die hohe Personalfluktuation in ihrer Ministerriege ging es bei einem anderen umgedichteten Lied: „Zehn kleine Merkelein, die wollten Bomben streu’n. Minister Jung verfehlt das Ziel, da waren’s nur noch neun. Neun kleine Merkelein, die wurden ausgelacht. Nach Brüssel muss der Oettinger, da waren’s nur noch acht.“ ARD-Talkerin Anne Will wurde in „Anne Möchte“ umgetauft. Es war eine spritzige und kurzweilige Vorstellung der Hagebuttenbühne, für die sich die Besucher mit viel Beifall bedankten.

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